, sondern auch vielleicht mit vermehrtem Interesse folgen können.
    Indem wir so der eingelegten Erzählung ein gleiches Recht mit derjenigen zu
verschaffen suchen, die, Anfang und Ende dieses Buches bildend, jene zu
umschließen scheint, bedienen wir uns des uns unbezweifelt zustehenden Rechtes,
sie in der Form vorzutragen, die sie aus dem blassen Lichte der Vergangenheit
hervortreten lässt, und sie nicht wie gehäufte Resultate, an deren langsamer
Entstehung die Zeit schon die Spuren verwischt hat, darstellt, sondern mit der
Frische versehen, die uns keine der kleinen Verzweigungen entzieht, welche
langsam, aber dem Beobachter gerade so bedeutungsvoll, die größeren Resultate
herbeiführt.
Der Graf von Crecy, Bruder der Marquise d'Anville, der Mutter des jungen Mannes,
der aus dem Munde dieses seines Oheims die Begebenheiten erfuhr, die er eben
seiner jungen Gemahlin mitteilen wollte, war der Sohn des Marschalls von
Frankreich, Grafen von Crecy-Chabanne, eine der ältesten Familien des Reiches,
die sich die Vettern des Königs nannten.
    Grau geworden in den unseligen Kriegen der Fronde, hatte dieser unter dem
Banner des großen Turenne unverrückt der königlichen Partei angehört, wenn auch
frühere, zärtlichere Jugendbande ihn mit Kondé vereinigten, dessen Abfall ihn
auf das Tiefste erschütterte, ohne ihn über seinen Weg in Zweifel zu stellen.
    Seit dem pyrenäischen Frieden lebte der Marschall von Crecy jedoch, mit
allen Ehren eines glorreichen Lebens überschüttet, von der tätigen Mitwirkung
der Kriegsleistungen zurück gezogen, die wenigstens aufgehört hatten, Frankreich
selbst zum Heerde ihrer Verwüstungen zu machen.
    Von jeder anderen Bildung und Richtung, als der der Waffen, entfernt
geblieben, liebte er dennoch seinen Beruf nicht, und bei dem Emporblühen seines
einzigen Sohnes trat diese Abneigung in dem bestimmten Willen hervor, ihn nicht
dafür erziehen zu wollen.
    Seine Gemahlin, eine Fürstin Soubise, trat mit ihrem schrankenlosen Stolze
diesem Vorsatze heftig entgegen, da sie darin das besondere Privilegium sah,
Abkömmlinge alter Familien zu den bedeutendsten Stellungen im Staate zu erheben,
und sie in ihrem Sohne mindestens den Nachfolger ihres Gemahls zu sehen
trachtete.
    Dessenungeachtet siegte dies Mal der Marschall von Crecy; und es ist dies
Faktum um so weniger verloren gegangen, da es wahrscheinlich bleibt, dass der
Feldherr, vor dessen Fahnen die Feinde flohen, als habe er ihnen damit einen
unüberwindlichen Sturmwind entgegen geweht, doch in seinem Hause nur dies eine
Mal den Sieg davon trug, und er hier neben den Trophäen aller Schlachten ohne
Widerstand die Waffen senkte, wenn die Fürstin Soubise den Heerbann ihres
weiblichen Willens aufpflanzte.
    Mit dieser erfolgreichen Weigerung hatte er jedoch Alles erschöpft, was er
sich zugestand, und obgleich er missmutig und murrend auf die Wege blickte, die
seine Gemahlin nun in anderer Richtung zur Erziehung ihres Sohnes einschlug, so
hielt er sich
