 frei aufrichtete.
    »Mein Herr,« sagte Herr von Mauville - »Sie missverstehen vielleicht meine
Frage! Es handelt sich hier bloß um die einfache Bestätigung, dass Sie der
Chevalier de Ste. Roche sind.«
    »Ich habe Sie vollkommen verstanden,« entgegnete Reginald; - »doch soll
meine Antwort an Eides Statt gelten, so kann ich sie nicht bestätigend geben;
denn der Name und Titel: Chevalier de Ste. Roche gehört mir nicht wirklich,
sondern ward mir mit böser Absicht bei meiner Geburt untergeschoben.«
    »Verweisen Sie den Lügner dort zur Ruhe!« rief hier plötzlich die
Marschallin von Crecy, indem sie außer sich aufsprang; - »er will die
Angelegenheit verwirren, indem er etwas Fremdes - Ungehöriges hinein mischt!«
    Herr von Mauville verneigte sich. »Das Verhör darf nicht unterbrochen
werden, Madame! Wir sind genötigt, den Angeklagten zu hören; zweifeln Sie
nicht, Madame, dass wir die Dinge werden zu ordnen wissen.«
    Die Marschallin setzte sich in der größten Empörung, da sie einsah, nicht
durchdringen zu können.
    Reginald hatte sie keines Blickes gewürdigt; er blieb ruhig gegen die
Richter gewendet. Als eine augenblickliche Stille eintrat, sagte er: »Ich habe
Gott vor Augen und achte die Wahrheit höher, als irdischen Vorteil, darum habe
ich diese Erklärung abgeben müssen. Aber diese Angelegenheit, die ich
entschlossen bin, um der verletzten Ehre meiner tugendhaften Mutter willen, der
Wahrheit nach, an das Licht zu ziehen, hat nur einen vorüber gehenden Einfluss
auf die Angelegenheiten, die ich hier zu erklären habe. Daher bitte ich, mir die
Angabe meines wahren Namens zu erlassen; - meine übrigen Erklärungen werden bald
dartun, wie wenig ich geneigt bin, dieselben zu meinem Vorteile zu lenken.«
    »Ich glaube, mein Herr,« sprach Herr von Mauville, nach kurzer Besprechung
mit den beisitzenden Richtern - »dass wir um so eher in Ihren Wunsch einwilligen
können, da Sie nicht vor dem hohen Gerichtshofe selbst stehen, und wir unsere
Verhandlung nur als ein vorbereitendes Verhör ansehen können, indem die endliche
Entscheidung nach Paris gehört; wenn unsere ungewöhnliche Sendung hierher
allerdings schon der Rücksicht gegen eine der ersten Familien des Königreiches
zuzurechnen ist.«
    »So muss ich ferner erklären,« fuhr Reginald fort, »dass ich zu gleicher Zeit
außer Stande bin, die Ursachen anzugeben, warum ich den Grafen Ludwig bewog, mit
mir nach Ste. Roche zu gehen. Doch dies wird alles Ihre Funktionen als Richter
nicht stören; denn mein Eingeständnis lässt alle Beweisgründe weit hinter sich
zurück; - und so verzeichnen Sie denn, meine Herren, dass ich der Mörder des
Grafen Ludwig bin, da mein abgeschossenes Pistol ihm das
