 für seinen veränderten Zustand, wenn Crecy zuweilen
schonend den Versuch machte, sie auf den immer unvermeidlicher werdenden Ausgang
vorzubereiten. Oft wurde sein besorgter Blick von dem Greise erraten, dann
reichte er ihm lächelnd die Hand. »Du wirst Fennimor jetzt meine Stelle
ersetzen,« sagte er - »ich fürchte nicht mehr mein nahes Ende, und ein Vaterland
wird sie überall finden, wo sie geliebt wird.«
    Crecy hatte oft nicht den Mut, in solche Andeutungen einzugehen, aber er
fühlte dennoch immer lebendiger heraus, wie groß und Besorgnis erregend die
Veränderung sein würde, die Sir Reginalds Tod jetzt hervorbringen müsste, wo
seine Verhältnisse Fennimor für den Augenblick weder eine Zuflucht bei ihm, noch
Rechte darauf geben konnten.
    Es findet sich am häufigsten, dass wir einen eigenen Fehler überwinden
lernen, wenn wir ihn an Andern in seiner ganzen Stärke, mit allen seinen
Nachteilen hervortreten sehen, denn indem die Folgen unser Interesse gefährden,
lernen wir selbst uns davon frei machen, indem wir uns dagegen zu sichern
suchen.
    So gern Crecy die Zukunft erwartete und der Gegenwart ohne weitere
Anstrengung in untätiger Musse angehörte, so war dies bei Sir Reginald, entweder
durch den zuletzt erwähnten Zustand, oder aus dem kindlich ruhigen Einschlafen
eines langen, einförmigen Lebens hervorgehend, in noch viel höherem Maße der
Fall, und dies ruhige, sorglose Erwarten der besorglichsten Zukunft, ohne auch
nur mit einem Gedanken dafür eine Einrichtung treffen zu wollen, weckte nun
Leonin zu Betrachtungen darüber, die ihn eine Beratung mit Sir Reginald
dringend wünschen ließ. -
    Als sie sich so einst wieder erraten hatten und Sir Reginald, wie früher,
jede Sorge für Fennimor in ihm erledigt hielt, dankte ihm Leonin herzlich für
sein Vertrauen, und da Fennimor's Abwesenheit ihn unbehindert ließ, suchte er
ihn zu einer beratenden Mitteilung zu bewegen: »Fennimor wird als meine
Gattin, hoffe ich zu Gott, allen Schutz genießen, den Ihr mit Recht voraussetzt;
aber denkt selbst, dass ich Euch bald verlassen muss, dass ich nicht wissen und
bestimmen kann, wie lange mich die Fundirung meiner Angelegenheit, die ich zu
Fennimor's Gunsten selbst nicht übereilen darf, von dieser lieben Stelle trennen
wird; denkt, dass Fennimor bis dahin keine Rechte an mich hat, und ich keine an
sie vor der Welt darf geltend machen, und fühlt dann meine Besorgnisse für ihre
nächste Zukunft, wenn indes der schmerzliche Augenblick einträte, dessen Ihr
jetzt so oft gedenkt, dass Ihr mich selbst sein Möglichkeit habt annehmen
lassen.«
    Sir Reginald schwieg nach diesen Worten lange, und blickte ernst und mit
sichtlicher Erweichung in die Ferne. »Mein Sohn,« sprach er dann - »Du bist
weiser für die Welt bei Deiner Jugend,
