 Frist, die ihm vergönnt, in England
oder Amerika für den Dienst der Marine sich vollends auszubilden, ihm nur
vorteilhaft werden kann. Du siehst ich bin billig, ich suche nicht Deine Schuld
zu vergrößern.
    O warum musste ich, von geheimnissvollem Dunkel umgeben, auf den schmalen,
zwischen Abgründen hinlaufenden Pfad hinausgestossen werden! ratlos! verlassen!
ohne eine leitende Hand, die mir zum Führer dienen konnte! seufzte Richard.
    Dieses Warum kann mit sehr wenigen Worten Dir gelöst werden; erwiderte der
Fürst: Dir ward kein Führer beigesellt, weil Du auf dem Platze, an welchen Du
gestellt worden warst, keinen bedurftest. Hast Du denn unsre Abschiedsstunde,
vor Antritt Deiner Reise mit dem nervenkranken Schwärmer Iwan, so gänzlich
vergessen? und wie zutraulich ich damals mein ganzes Herz, alle meine Gedanken
Dir offenbarte? Erinnerst Du Dich nicht mehr Deines Versprechens: es komme was
da wolle, mir unbedingten Glauben zu schenken? Hättest Du Dir an dem Vertrauen
genügen lassen, das ich Dir bewiesen; wäre es nie Dir eingefallen, da
selbsttätig eingreifen zu wollen, wo Du doch offenbar die Verknüpfung des
Ganzen nicht überschauen konntest, ja freilich, dann stände Alles um uns her
anders!
    Der Mensch im Allgemeinen ist bestimmt, entweder Ambos oder Hammer zu sein,
sagt ein berühmter deutscher Poet; fuhr der Fürst fort: Du wardst zum Ambos
geschaffen, Du meintest Dich geeigneter Hammer zu sein, und nun liegen die
Folgen dieses stolzen Wahns, zu Deinem eigenen Entsetzen, in Trümmern um Dich
her!
    Richard errötete; es ward ihm schwer das zornige Gefühl zu unterdrücken,
das bei dieser letzten Äußerung des Fürsten in ihm aufloderte; doch behielt er
sich genugsam in seiner Gewalt, um weder sich selbst zu viel zu vergeben, noch
die dem edlen Greise schuldige Ehrfurcht zu verletzen, dem er so unendlich viel
zu verdanken hatte.
    Hammer wollte ich nie sein, denn ich fühle zum Zertrümmern mich nicht
geeignet; doch wahrlich auch nicht der geduldige Ambos, der schwerfällige Klotz,
auf welchem Jeder nach eigenem Gutdünken herumhämmern darf; erwiderte er
bescheiden, aber fest und bestimmt. Nur Ihr Unwille kann für den Augenblick mich
so erniedrigen wollen; all mein Hoffen, das ganze Glück meines Lebens geht an
ihm zu Grunde; wie ich es in Zukunft tragen werde, weiß ich nicht, wohl aber dass
ich Ihrer Verachtung rettungslos erliegen müsste. Mein Fürst, fuhr er in
steigender Bewegung fort: Sie, der Sie im niedrigsten Leibeigenen das Gefühl
seines Menschenrechtes anerkennen, können Sie mir, dem Unglücklichen, den Sie
einst Ihren Söhnen gleich stellten, es verargen, dass er zum blinden Werkzeuge
sich nicht erniedrigen lassen konnte?
    Mein Gleichniss hinkt, ich merke es wohl; doch das ist nun einmal
