 rühren.
    Die lauernde Aufmerksamkeit, womit Porter - denn diesen uns wohlbekannten
Diener des Prinzen von Wales haben wir vor uns - den drohenden Worten gehorcht
hatte, ermässigte sich gegen das Ende derselben zu einer stillen Duldermiene.
    Mein ganzes elendes Leben ist dem Gehorsam gewidmet gewesen, für die
erhabenen Zwecke, denen ich blind dienen musste, da sie zu erkennen, mein
schwaches Vermögen nicht ausreichte. Wo bin ich gegen den höheren Willen mit dem
meinigen eingeschritten? Warum lässt man jetzt am Siechbette des Unterliegenden
so harte Worte wie an einen Treulosen ergehen? -
    Nicht immer sind wir Deines blinden Gehorsams gesichert gewesen; sehr viel
hatte man Dir vertraut, und sieht man auf die endlich zu hoffenden Resultate
zurück, sind sie ausgeblieben. Prinz Karl, denke ich, verrät wenig Neigung,
seinen unglücklichen katholischen Untertanen dereinst Schutz zu verleihen; die
erhabene Frau, die wir dieser großen Rache zur Beschützerin erkoren, wird hier
einen einsamen Sitz finden und das Herz ihres Gemahls mehr gegen ihre Absichten
verschlossen, als darauf vorbereitet.
    Hochwürdiger Herr, erwiderte Porter zurückgehalten, Ihr seid gekommen, Euch
um jeden Preis zu erzürnen; darum häuft Ihr Verbindlichkeiten auf mich, die
notwendig unerfüllt bleiben mussten, da sie bei weitem meine Fähigkeiten und
meine Stellung überstiegen. Habt Ihr selbst je mehr von mir gewollt, als die
Abneigung, die man dem gnädigsten Herrn durch unsere gebenedeite Kirche
einzuflößen trachten könnte, zu ermitteln und die hochwürdigen, zu seinem
geistigen Wohl verbündeten Herren in Kenntnis der geheimen Handlungen zu
erhalten, die einem so geringen Diener, wie ich, zur Kenntnis kommen konnten?
    Und doch denke ich, dass Vieles uns davon entgangen ist, entgegnete der
Zürnende, was bei besserer Bedienung Deinerseits uns jetzt nicht so bedeutende
Mühe machen würde. Wann erfuhren wir denn die wahren Verhältnisse der Gräfin von
Buckingham? Etwa, wie es noch Zeit war, ihre wichtige und gefährliche Beziehung
zu hindern?
    Nein, erwiderte der alte Mann bitter lächelnd, erst da erfuhrt Ihr sie, als
der Prinz überhaupt ein wertvoller Gegenstand ward durch den Tod seines
erlauchten Bruders. Bis dahin musste ich zwar aushorchen, aber selten wurden
meine Notizen abgefordert, denn die Augen der hohen Brüder waren nur auf den
dereinstigen Tronerben gerichtet, und Graf Archimbald war damals gefährlicher,
als alle schönen Gräfinnen des Königreichs. Den Posten bei diesem erlauchten
Prinzen hattet Ihr aber einem Andern anvertraut, den ich gern späterhin zu
meinem gestrengen Herrn hätte übergehen lassen, hätte die unverdient mir
geschenkte Gnade des Prinzen dies zugelassen.
    Es mag sein, erwiderte in einiger Verlegenheit über den zurückgewiesenen
Vorwurf der Fremde, dass Deine Dienste erst später Wichtigkeit erhielten, doch
nimmt das den Vorwurf einer lässigen Bedienung nicht von Dir; vielmehr sind
Deine Obern der Meinung, dass Du viel
