 ihr Führer
verließ sie, und sie folgten ihm nicht. Der ältere der Anwesenden näherte sich
dem hohen, schmalen Fenster, welches nur matt durch seine kleinen Scheiben den
trüben Tag einließ, und an dessen tiefer Nische der hohe eichene Sessel stand,
an dessen Seitenlehnen durch einen ziemlich rohen Mechanismus ein Pult
eingeschraubt war, das man von sich schieben und nach sich ziehen konnte. Lange
blieb er schweigend davor stehen.
    Wie viel große und weise Bestimmungen sind von diesem rohen Gestelle für
mein teures Vaterland ausgegangen, sprach er dann, zu seinen Begleitern
gewendet. Wer könnte sich der Wohltaten bewusst sein, die ihr großer, ihrer Zeit
vorangeeilter Geist über England ausgeschüttet, und noch der Schwächen gedenken
wollen, die ihre Zeit leichter auffasste, als ihre Größe, da jene ihr gemeinsames
Teil waren, und zu dieser sie erst heranreifen musste, um sie zu verstehen. Nur
Eins, nur Eins aus Deinem Leben weg, und Du wärest rein, ein Gipfel aller
Herrschergrösse!
    Aber er hat Dir auch dies vergeben; er konnte nicht Dein Nachfolger sein,
nicht überall die Spuren Deiner Größe auf seinem Wege finden, ohne nicht deshalb
Dir zu vergeben. Bald, fuhr er fort, aus seinem Selbstgespräche erwachend, bald
werdet Ihr Euch wiederfinden und rein verständigen, wenn Wiederfinden nicht zu
den frommen Träumen gehört, die den Reiz der Erde zu Gunsten des Himmels
entkräften sollen. Wie scheint mir jede Hoffnung längerer Erhaltung des
königlichen Lebens zu schwinden, wie treulos war es, ihn der Qual des gestrigen
Tages auszusetzen. -
    Ja wohl, Mylord, erwiderte hier der Zweite sehr lebhaft; und wie viel
Übermut, wie viel Gewalt-Bewusstsein gehörte dazu, dies durchzusetzen; wenn wir
den Herzog tadeln, der ewig uns zu tadeln gibt, erleben wir nichts Neues. Doch
nicht zu übersehen bleibt, dass dem König ein Sohn, wie es scheint, vergeblich an
der Seite lebt. Warum, muss man sich mit Erstaunen fragen, warum geschieht, was
ein Wort aus seinem Munde unbezweifelt hindern konnte. Sollte der Herzog auch
diesen Mund nicht mehr zu fürchten haben? Dann, Mylord, liegt freilich ein
unabsehbar weites Feld trübseliger Befürchtungen vor England und allen denen,
die durch Verwandtschaft bald nur ein Interesse mit ihm haben sollen. Was meint
Ihr, Mylord, was ein Gesandter Frankreichs nach dem gestrigen Tage zu berichten
habe?
    Gewiss wird er den Verlauf des heutigen Morgens abwarten, ehe er die Depesche
siegelt, erwiderte der Aeltere lächelnd; denn schwerlich möchte der gestrige
Tag ihm Notizen zu etwas Neuem, seinem Hofe Unbekanntem, geliefert haben. Auf
alle Fälle würde ich aber als französischer Gesandter der königlichen Prinzessin
von Frankreich den Rat geben, nichts Anderes an dem Hofe ihres Gemahls sein zu
wollen,
