 Pater Johannes,
bleibt uns in jedem Augenblick mitten in dem Glanz der Welt, wie zwischen diesen
Mauern, und was die ihr zugedachte große Gewalt betrifft, so ist gegen
Buckingham bereits eine andere heraufgeführt, die von jener nur unterstützt zu
werden brauchte.
    König Jakob wird sich mit Bristol versöhnen, und er wird, gehoben durch
allen Einfluss des französischen Hofes, eine Rolle spielen, die nie unbedeutend
sein kann, wo er sie überhaupt zu spielen Lust hat.
    Mit seinem Interesse ließe sich das Mädchen selbst verpflechten; denn mir
sagte Pater Klemens, dass sie ihm in ihren Gesprächen, ohne Ahnung dieses
Geständnisses, eine Herzensneigung zu dem Enkel Bristols verraten, die
befördert werden müsste, wenn sie der Welt zurück gegeben werden sollte; denn die
Nichte Buckinghams würde dadurch Familien-Mitglied seiner Feinde. -
    Ha, der Plan ist gut! Doch soll ich Euch sagen, was ich denke? Sperrt sie
ein, vertilgt sie, gleichviel wie, da habt Ihr den Vorteil sicher. Und Karl?
Ich müsste die Stuarts nicht kennen, wenn ich so töricht sein sollte zu denken,
Liebesgram und Vatersorge um Zwei, die da nicht mehr sind, werde der blühenden
Gattin, von deren Schönheit Ihr so viel Aufhebens macht, hinderlich sein.
    Doch sagt mir, fuhr die Lady fort, sagt mir nur das Eine, seid Ihr sicher,
dass Karl vermählt war mit dieser Buckingham? Sind Dokumente darüber? Ist durch
die Offenbarwerdung dieser Tochter keine Schande zu hoffen für Buckinghams
stolzes Herz? -
    Der Prinz war früher vermählt, als er hoffen konnte, Prinz von Wales zu
werden, erwiderte der Priester, Beide waren noch im zartesten Alter; doch der
leidenschaftlich aufgeregte Karl wollte wenigstens die Garantie dieser
Vermählung haben, und der Graf und die Gräfin Melville waren die Zeugen.
    Der Schlosskaplan Master Brixton vollzog die Zeremonie, die Dokumente sind
doppelt ausgefertigt, das eine im Besitz Brixtons, und das andere verwahrte der
Herzog von Nottingham hinter dem Bilde der Gräfin von Buckingham, welches der
Prinz von Wales ihm einst, während eines Aufenthaltes in London, heimlich in die
wohl verborgene Nische des Schlafgemachs setzen ließ, und dessen Dasein wohl
schwerlich ein Mensch außer dem Herzog kennen mag. -
    Aber wie konnte Nottingham dessen ungeachtet diese rasende Leidenschaft
fassen, da er doch wissen musste, dass sie schon als Gemahlin des Prinzen nach
London kam. -
    Dies erfuhr er erst nach dem Tode seines Bruders, als der Prinz krank
darnieder liegend keinen treueren Boten kannte, als eben ihn, der keinen
Augenblick sein Bett verließ. Er sendete ihn zur trostlosen Gemahlin, noch auf
dieser Höhe sie seiner treuen Gesinnung versichernd; denn fest entschlossen
blieb er, sie auf den Thron zu heben, und verriet somit dem
