 der Widerstand, den sie erfahre, ein
unmerklicher, dass sie nicht im Streite Kräfte finde, die am ersten absterben
werden in der öden Gleichmässigkeit einer Geist tödtenden Lebensweise.
    Ein kurzes widriges Lachen aus dem Munde der Lady gab ziemlich verständlich
Kunde von ihrer Würdigung dieser Worte.
    Pater Johannes ließ dies unbeachtet vorüber gehen und fuhr mit Ruhe fort:
    Unsere nächsten Nachrichten werden uns den Tod des Königs melden und die
Ankunft der neuen Königin; dann werden Stürme beginnen, unabsehbarer vielleicht,
als wir jetzt ahnen können. Die Königin wird unseres Einflusses bedürfen; denn
Misstrauen empfängt sie um ihres heiligen Glaubens willen an der Grenze dieses
Landes. Es ist nicht unbekannt geblieben, dass geheime Artikel Karls Macht in
seinem Hause beschränken, und abenteuerlich genug malt man das Unbekannte aus.
Jetzt gilt die Frage, ob sie Karls Herz besitzen wird. Zwei Leidenschaften
teilen sich in ihn, die Sucht des Selbsterrschens, und der düstere Gram um den
Tod der Jugendgeliebten und um das einzige Kind dieser Ehe. Hält Karl die Gattin
deshalb fern von seinem Herzen, dann wäre der große Wurf zu wagen, seine Tochter
der Königin zum Geschenk zu senden. Wer sie ihm bringt, wird großes Recht an
seine Liebe haben, und die Königin wird die seltene Gelegenhett erhalten, eine
Großmut ihm zu zeigen, für die er dankbar sein muss. -
    Und die Tochter, unterbrach ihn die Lady, die Tochter wird der katholischen
Gemahlin das Widerspiel halten, Buckingham wird die weltlich gesinnte Nichte in
sein Interesse ziehen und für sein grenzenloses Reich der Gewalt eine neue Stütze
finden. -
    Um darüber entscheiden zu können, muss man etwas Höheres glauben, als Ihr es
noch vermögt. Dies Mädchen wird nicht mit dem lasterhaften Buckingham gegen
ihren Vater sich verbinden. -
    Aber, fiel sie rasch ein, gegen die katholische Königin wird die Ketzerin
den Vater zu sichern suchen. -
    Dies wäre eher möglich, und dies bleibt noch zu erwägen. Um aber über diesen
Punkt völlig sicher zu werden, wird sie hier fest gehalten und Proben
unterworfen, die jeden Zweifel darüber aufheben können. -
    Gut, gut, ich wünsche Euch Glück dazu. Doch die Welt ist erst der Magnet,
der aus dem Schacht des Herzens die verborgenen Erze ans Licht zieht, und zwar
von solchem Gehalt, als dieser mächtige Magnet allein zu wecken und festzuhalten
weiß. Seid Ihr außerdem aber so völlig sicher, dass sie hier verborgen bleibt?
Fürchtet Ihr nicht die tausendarmige Macht des gut bedienten Buckingham, nicht
diese Nottinghams, die, den listigen Archimbald an der Spitze, viel vermöchten,
wenn sie wollten? -
    Wenn sie wollten, betonte spöttisch lächelnd der Hochwürdige, aber sie
wollen nicht. Kennt Ihr den Irrtum nicht, an dem der hochmütige
