, schnell seine weitere Rede
hindernd, aber verlasst mich nicht; stellt mich so unmündig dar, wie Ihr wollt,
überzeugt Euch nur, dass ich um so mehr Eures Schutzes bedarf. Ich glaube, dass
Ihr mich kennt, und Eurer Weisung will ich gehorchen; aber schweigt mir von der
fremden Macht, von der ich mich gekannt denken soll. Oder, fuhr sie plötzlich
ernster fort, ich muss glauben, wer ich bin, zu wem ich gehöre, ist nur ein mir
vorentaltenes Geheimnis, und jene Obern tragen irgend eine Absicht, mich, die
Freigeborene, hier als Gefangene verschmachten zu lassen. O entsetzliches Loos!
Könnt Ihr es denken, dauert Euch meine Jugend nicht, nicht der Schmerz derer,
die mich vielleicht zu finden trachten, und denen ich hier widerrechtlich
vorenthalten bin?
    Ihr werdet mit dieser Art, die Umstände anzusehen, erwiderte der Pater,
unter die Ihr Euch fügen müsst, Euer Loos schwerer machen, als es der Wahrheit
nach zu nennen ist. Nehmt die Dinge so einfach, wie sie vor Euch liegen, und
überlasst es der Zeit, die Veränderungen darin hervor zu rufen, die der Himmel
Euch bestimmt. -
    Ach, welch ein Rat, für ein Herz, das in so kurzer Zeit alle Gefahren einer
schutzlosen Lage durchkämpfen musste, und sich nicht verhehlen kann, dass es auf
sich, auf seine eigenen Kräfte angewiesen ist, auf eine Erfahrung, so jung und
ungeprüft, die, muss ich Euren Worten glauben, so unzulänglich sich erwies, dass
es einer fremden Einwirkung bedurfte, um die schrecklichen Folgen des ersten
selbst gelenkten Schrittes abzuwenden. -
    Ihr solltet daraus lernen, wie wenig Ihr zur eignen Lenkung Euers Schicksals
berufen seid, und dankbar anerkennen, dass Eurer Jugend diese Hilfe von einer
Seite kommt, wo mit der reifsten und weit reichendsten Erfahrung der Wille sich
verbindet, sie zu Eurem Nutzen anzuwenden. -
    Nein, nein! Ihr überredet mich umsonst, diese heimlich waltende Macht als
eine wohltätige anzusehen; ihre Anordnungen sind im eigenen Interesse, mit
Beschränkung der Freiheit dessen angeordnet, dem sie zu helfen vorgibt. Ich
will mich frei erklären. Ich verlange über mich Gewalt zu haben; diese Mauern
will ich verlassen, und heute noch; ich will von Gott geschützt den suchen, der
allein ein Recht hat, mir zu gebieten. -
    Da Ihr denn selbst diesem heiligen Schutze entsagt, so danket Gott, dass
Niemand in diesen Mauern lebt, der Euch zu willfahren berechtigt ist. Ich warne
Euch noch ein Mal, ergebt Euch mit Gelassenheit in Eure Lage. Der Widerstand
möchte eine Aufmerksamkeit erregen, die Euer Schicksal auf eine Weise bestimmte,
wie Ihr sie am meisten fürchtet, und wie sie jetzt vielleicht noch abzuwenden
