 Ausdehnung anfüllte, und das heitere Leben eines fortlaufenden
Festes darin verbreitete.
    Die schönen Tage des Herbstes und die großen wildreichen Forsten, die
Burton-Hall umzogen, waren eine reiche Quelle von Vergnügungen für die Herren
der Gesellschaft, und selbst die Damen verschmähten in der damaligen Zeit
keinesweges, diesen Freuden mit einiger Begrenzung ihrer persönlichen Tätigkeit
beizuwohnen. Ein Jagdzug gewann allerdings dadurch an mannigfachem Interesse, da
in Gegenwart schöner Augen es oft noch ein lockenderes Ziel galt, als mit dem
ersten sichern Schusse den zierlich dahin fliegenden Hirsch oder den wütend
hervorbrechenden Keiler zu erlegen, und wenn auch dies Gelingen nicht fehlen
durfte, suchte man doch mit gehöriger Kraft und Anmut Pferd und Waffe dabei zu
regieren, ein andres Ziel noch außer diesem im Sinne tragend. Denn wo die
Schönheit der Frauen in der Brust des Mannes ein erhöhtes Leben verbreitet, da
freut er sich, ein stolzes, wildes Pferd zu besteigen, das von seiner Kraft und
seinem Mute sich bändigen lassen muss, und sein Herz jauchzt der kleinen Gefahr,
wenn er im schlauen Aufblick das holde Antlitz der ängstlich Lauschenden sich
entfärben sieht, oder den zarten Lippen der Laut des Schreckens entschwebt.
    Doch war so leichter Ruhm in jener Zeit, in welcher wir mit unserer
Gesellschaft uns befinden, nicht wohl zu gewinnen, denn mutig, gewandt und mit
mancher Gefahr des fröhlichen Waidwerks vertraut, waren auch die englischen
Damen damals gewohnt, zu Rosse sich lustig zu tummeln, und es galt die volle
Anstrengung der zärtlichen Kavaliere, durch ihre Taten Beifall oder Anteil zu
erregen.
    Diese Freuden, welche Burton-Hall so schön begünstigte, wurden durch den
reich begabten See, der gegen Süden, zunächst dem kleinen Flecken Burton, den
Park begrenzte, anmutig vervielfacht, und nach dem Umherschwärmen im Freien
luden die Hallen und Gemächer des Fürstlichen Hauses zu anmutigen Spielen und
Tänzen für die Jugend, während die älteren Männer und Frauen in den angrenzenden
Gemächern um die alte Herzogin in traulich ernstem Gespräch versammelt blieben.
    Noch immer beobachtete die jüngere Herzogin von Nottingham in diesem Kreise
die ernste, verschlossene Haltung der trauernden Witwe. Sie suchte zwar vermöge
der feinen Weise ihrer Erziehung die Heiterkeit um sie her nicht zu stören, und
wusste stets mit vollkommener Hochachtung gegen den Willen der heiteren,
verklärten Aeltermutter ihr eigenes Gefühl einer anständigen Willfährigkeit
unterzuordnen. Aber sie konnte nicht wohl irgendwo erscheinen, ohne den Einfluss
ihres Karakters selbst gegen ihren Willen um sich zu verbreiten, und Jeder
glaubte eine Anforderung zur Beherrschung seiner eigentlichen Stimmung in ihren
kalten, strengen Augen zu lesen.
    Wenn die Jugend sich hiervon ausgenommen zeigte, so war es die
Unbefangenheit und die geringere Wahrnehmung fremder Individualitäten, die
diesem glücklichen Alter noch eigen ist, auch wohl die natürliche Entfernung, in
der Alter und
