 Dies Mittel, Bristol
mitten in seinen Operationen tötlich zu treffen und die Familie dessen auf die
höchste Stufe zu heben, welchen dieser unerschütterliche Mann stets mit der
verdienten Nichtachtung behandelt hatte; dies Ereignis endlich, welches er
selbst herbeizurufen bemüht gewesen war, ehe die Erhebung des Prinzen zum
Tronerben ihn an der Möglichkeit hatte verzweifeln lassen, welches nun ohne
seinen Willen, seinen Schutz dennoch geschehen; dies alles und die hieraus
hervorgehende beschämende Überzeugung, dass seine Macht nicht überall ausreiche,
brachte in ihm einen Groll, eine Wut hervor, die jeder andern Rücksicht
vorherrschen wollte. Dass dies Gefühl gemässigter in ihm geworden wäre, hätte
seine Schwester noch gelebt, und wäre das noch zu erringen gewesen, was ihm so
große Befriedigung verhieß, scheint uns allerdings wahrscheinlich. Ihr Tod aber
machte den Prinzen wieder zu einem freien Eigentum des Staates, und er sah
voraus, dass diese versäumten Vorteile, wenn sie bekannt würden, ihn in den
Augen seiner Feinde mehr lächerlich, als beneidenswert machen würden. Er musste
sich mit Zähneknirschen gestehen, dass er dem Prinzen bei der Reise nach Spanien
als Werkzeug von Plänen gedient, die ihm so nahe lagen, und worüber ihm dennoch
das Vertrauen entzogen ward, während er wähnte, den Prinzen zu dieser Reise in
dem Interesse seiner Pläne gegen Bristol benutzt zu haben. Für so viele
Demütigungen und so vielen möglich gewesenen Vorteil schien ihm eine
königliche Nichte ein trauriger Ersatz. Sie war ihm in seinen bis jetzt
verfolgten Plänen sogar lästig und hinderlich, und alle Kränkungen, welche sein
stolzes Herz durch die Urheber ihres Daseins empfangen zu haben glaubte,
vereinigten sich in Widerwillen gegen dies unschuldige Wesen, das zu opfern, ihm
nur eine sehr geringe Befriedigung der Rache für so viele ihm zugefügte Unbilden
schien.
    Zwar musste er sich sagen, dass die Erklärung ihres rechtmäßigen Daseins vor
der Welt, in Spanien nur vollenden musste, was er begonnen, aber diese Sache war
für ihn abgemacht; denn Spanien hatte bereits Noten überreicht, die nicht nur
jede Täuschung über etwaige freundschaftliche Verbindungen oder nähere
Verhältnisse aufhoben, sondern sogar auf offene Feindschaft deuteten; ja, er
wollte diesen Bruch, den er, über Bristol triumphierend, sich allein
zuzuschreiben trachtete, nicht scheinbar der Bekanntwerdung einer allerdings
unter allen Umständen beleidigenden und trennenden Veranlassung beigemessen
wissen.
    Man sollte sagen: Buckingham habe diese Verbindung nicht gewollt, also hat
er sie getrennt. Ebenso wenig passte die Lautwerdung dieser geheimen Verbindung
zu den neueren Absichten Buckinghams, die er angeknüpft, um das große Werk einer
Vermählung des Prinzen nicht allein dem Grafen Bristol zu entreißen, sondern
sich selbst anzueignen.
    Er hatte die unbesonnene Reise des Prinzen nach Spanien durch Frankreich
geleitet, und indem er den Hof Ludwigs des Dreizehnten durch die natürlichen
Vorzüge des Prinzen
