 fühlte selbst ein gewisses Unbehagen, die
Handlungen ins Licht treten zu lassen, die seinem Altenglischen Herzen so
kränkend waren. Er musste indes der sehr dadurch beschäftigten Herzogin noch Rede
stehen, die nun zu wissen wünschte, ob man ihrem Gemahl dieselbe Ansicht mit
Buckingham und dem Prinzen beimessen könne.
    Wir können nur Tatsachen an einander stellen, erwiderte Graf Archimbald.
So viel dürfte für uns Gewissheit sein, dass der Prinz die Veranlassung zur Reise
meines Bruders ward, welches eine ähnliche Absicht anzudeuten scheint, wie der
Prinz später so dringend verfolgte. Ebenso scheint die letzte Zeit, wo er sich
noch äußern konnte, eine Beziehung zu den Angelegenheiten des Prinzen
hinlänglich zu verraten, wozu ich rechne, dass er sich gegen Graf Bristol über
den Prinzen ausweichend äußerte, und dass sein Bestreben gleichfalls darauf
ausging, die Infantin allein zu sprechen.
    Unmittelbar nach der Nachricht von dem Tode des Herzogs trat dann die
Versöhnung mit Buckingham und die Reise des Prinzen ein. So scheint es, dass der
Prinz, als der Herzog nicht vollziehen konnte, was er von ihm gehofft, eines
andern Vertrauen bedurfte, der ihn dann zur eignen Ausführung antrieb. Doch
werdet Ihr selbst einsehen, dass wir hier nur unbestimmte Mutmaßungen haben,
eine aus der andern geleitet, aber sämtlich des Hauptanhalts entbehrend, der
Kunde vom unbegreiflichen Zweck aller dieser Anstrengungen! -
    O Gott! seufzte hier die Herzogin schmerzlich auf, so wäre also das Glück
meines Lebens dennoch an dem Willen des Prinzen zertrümmert, der stets als ein
finsterer Geist neben dem Lichtbilde meines Gemahls stand, und mit dem ich das
Recht des Besitzes zu teilen stets gewärtig sein musste. Wir wollen denken, Graf
Archimbald, fuhr sie fort, indem sie sich fast geisterhaft bleich von ihrem
Sessel erhob, dass in Gottes Hand der letzte Augenblick des Menschen ruht, und
ich sage mir, dass dies geliebte Wesen reif war, hinüber zu gehen, und hier im
Schoss der Seinigen so sicher ereilt worden wäre, wie unter den Beschwerden und
Sorgen dieser Reise. Dennoch mag vielleicht stolzes Überbieten geistiger und
physischer Kräfte schneller den Augenblick herbei führen können, den Gott ohne
solche menschliche Verschuldung noch entfernter gestellt haben würde, und
vielleicht war das der Fall auch hier. Mylord, o begreift es, wie schwer bei
diesen Gedanken mir die Ergebung wird, wie der Gram die schreckliche Zugabe des
Vorwurfs gegen die Verschulder desselben erhält!
    Geht hierin nicht zu weit, Mylady, sagte der Graf Archimbald milde, lasst den
Gedanken vorwalten, dass Gottes Hand hier lenkte und bestimmte, und macht den
Dienst der Freundschaft, der wohl ohne Vorahnung dieser Folgen gefordert und
gewährt werden konnte, den Beiden nicht zum Vorwurf, die stets ein wahrhaft
schönes Bild dieser reinen Empfindung darstellten.
    Es
