 zweier Männer war eine
Posse, eine gemeine Lüge.
 
                    Beilage - Babette an den Grafen Heinrich
Sie stürmen und dringen an der Türe meines Zimmers, um mit mir zu reden; ich
wiederhole, was ich Ihnen schon durch meinen Vater sagen ließ, dass ich nimmer
mit Ihnen mehr spreche. Was Sie von mir zu erfahren haben, sei diesen Zeilen
anvertraut.
    Ich habe gestern die Absicht gehegt, mir das Leben zu nehmen, welches mir
völlig gleichgültig ist, seit ich weiß, dass Sie ein unehrlicher Mann sind. Ich
stieg auf die Spitze des Felsens hinter der Burg, und wollte mich von seiner
jähen Höhe hinunterstürzen in die schwarze Tiefe, dass da drunten mein
zerbrochnes, blutiges Gebein von den Wogen des Waldstroms fortgeschwemmt werden
möchte. Mein alter unglücklicher Vater war mir nachgegangen, und hat mich
zurückgehalten.
    Was er mir über die Sünde dieses Schrittes, soweit es nur mich allein
betrifft, gesagt, habe ich nicht verstanden, denn mein Leben ist so ganz unnütz
geworden, dass ich nur glauben kann, ein so verwelktes und zerknicktes
Blütenblatt werde am besten dahin getan, wo der Kehricht ist. Allein das zweite
Leben, welches mein verfluchter Schoss empfangen, darüber darf ich allerdings
nicht verfügen, ohne zur Mörderin zu werden. Hievon haben mich die Reden meines
Vaters überzeugt.
    Ich soll also nicht sterben und kann nicht leben. Ihren Antrag, sich
scheiden zu lassen, und mich zu heiraten, verabscheue ich. Dadurch würde ich mir
einen neuen Frevel aufladen, und mich an Ihrem Ehebruche beteiligen.
    Meine Ehre will ich gleichwohl von Ihnen wiederhaben, und diese mir zu
schaffen, gebiete ich Ihnen. Wie es geschieht, gilt mir gleich, ich bin völlig
willenlos, alle Dinge sind mir recht, die geschehen, den einzigen Wunsch, den ich
noch habe, zu erfüllen. Was man mir vorschlagen wird, es sei noch so fremd und
widerwärtig, ich genehmige es schon jetzt, ohne es zu kennen.
    Wenn Sie in dieser Beziehung etwas ausfindig machen, so haben Sie mir es zu
melden, ohne Beisatz und Redensart, die mich von Ihnen anwidern, da ich Ihnen
nichts mehr glaube, nicht einmal Reue und Scham.
 
                       X. Hermann an den Grafen Heinrich
                                   Abschrift
                                                   Bremen, den 16. November 1795
Es gibt Dinge, die nichts weiter zulassen, als die Handlung, alles Reden darüber
ist unnütz. Was hilfe es mir, Dir meine Betrachtungen über die trostlose
Geschichte mitzuteilen? Es ist nun dahin gekommen, - was ich immer
vorausgesehen, und Dir vorhergesagt habe, - dass Dein Sinn Dich vor einen Punkt
führen würde, wo Dir Blick und Aussicht, ja Bewusstsein verschwinden müsste.
    Aber wie gesagt, hier gilt es die Tat, die Worte sind
