 sich sagt, stirbt oder verdorrt
etwas.
    Proteus aber, der Metallkönig, der alte Verdruss, drängt sich unaufhaltsam an
das Tageslicht. Denn es ist nicht wahr, dass die Menschen ihn suchen, und dass er
gern in seinen dunklen Kammern bliebe; nein, er blickt und lockt nach ihnen aus
dem Finsteren, und wenn er ihnen nicht anders beizukommen vermag, so sucht er
ihre Träume heim. Dann müssen sie, von Unruhe gepeinigt, die Erde aufreißen und
ihr Elend herauffördern. Denn wenn er oben ist, so ergreifen den alten Griesgram
kindische Launen; er kann es nicht leiden, in zerstückten Gliedern sich durch
die Welt zu breiten, er will immer beisammen sein. Aus dieser Sehnsucht des
Metalls nach sich entstehen dann alle Plagen, welche das unglückliche
Menschengeschlecht heimsuchen: Krieg, Eigennutz, Dieberei, Raub. Denn so strebt
z.B. der aufgespeicherte Vorrat an Schwertern, Gewehren und Kanonen in den
Zeughäusern des einen Landes nach seinesgleichen in dem andern, das Eisen reizt
durch geheime Einflüsse den Arm des Menschen so lange, bis dieser sich zu seinem
Dienste darbietet, und es mit großem Getöse aus dem Verschlusse hervorholt. Dann
heißt es, die und die Nation habe der andern den Krieg erklärt. Nun ziehen die
Heere, oder vielmehr die verstreuten Glieder des Proteus einander entgegen.
Endlich treffen sie sich, und es gibt ein frohes Wiedersehen und Umarmen, bei
welchem die dazwischen befindlichen Menschen übel wegkommen; das nennen sie dann
eine Schlacht, und meinen, sie wären es, die selbige geschlagen, während doch
nur Eisen und Stahl sich lebhaft begrüßten, und die Schlünde des Erzes einander
feurige Küsse zuwarfen.
    Ebenso geht es mit Silber und Gold. Wo dessen eine Menge vorhanden ist, da
regt sich in ihm die Lust, mit einem Schatze, der anderswo liegt, verbunden zu
sein. Die bösen roten und weißen Zauberaugen schauen nach Händen um, welche den
Gefallen ihnen täten, der Wucherer und Betrüger, den sie erblicken, wird von
ihnen bestrickt, er muss daran, und mit allerhand schlimmen Künsten die
getrennten Horte zusammenbringen. Er meint, den Mammon zu haben, und der Mammon
hat ihn. Aber über den Redlichen ist diesem die Gewalt versagt, daher der auch
für die Vereinigung der Metalle nichts tut, den Proteus, wenn dieser sich aus
Irrtum einmal zwischen seine Finger verirrte, sogleich wieder aus denselben
fallen lässt, mit andern Worten zeitlebens arm bleibt.
    Also geht es zu in der Welt; das wissen wir alle. Wie anders und schöner es
aber geworden wäre, wenn die Erde die Vöglein aus den Eiern sich zur
Gesellschaft hätte ausbrüten können, das deutet in gewissem Masse uns der
Mondschein an. Nämlich, als schon die Fixsterne die
