
die General Klairmont mitgebracht habe, dessen kurzer Besuch auf dem Schloss dem
Pfarrer schon bekannt war. Der Graf musste das schon öfter Mitgeteilte
wiederholen, und weder der Prediger noch der Arzt, der auch hinzugetreten war,
konnten viel Tröstliches in diesen Nachrichten finden. Der Krieg, sagte der
Prediger endlich, hat uns viel Unglück gebracht, und von dem Frieden, scheint
es, dürfen wir wenig Gutes hoffen; indes wird doch wenigstens dann wieder ein
geregelter Gang der Geschäfte eintreten; die Menschen werden sich doch regen und
wieder erwerben können, und das ist bei der jetzigen allgemeinen Not immer
schon ein großer Trost. Ich werde dann auch wieder für Manche etwas tun können,
um ihre Angelegenheiten in Ordnung zu bringen, und auch unserem Schulzen hier
kann ich dann doch vielleicht zu seiner Erbschaft verhelfen, wenn alle Behörden
erst wieder in Tätigkeit sind. Recht! rief der Arzt, nicht die Sache der
Menschheit aufgegeben, durch keine Not, durch kein Drangsal darf ein edler
Geist dahin gebracht werden, auch ich will meine Studien fortsetzen, und wenn
der Friede eintritt, werden mir doch wenigstens die Mittel dazu nicht mehr
fehlen; der Verkehr der Geister wird wieder frei.
    Der Graf bewunderte schweigend, welche Armseligkeiten die meisten Menschen
zu trösten und zu beruhigen vermögen, und durch welche unbedeutenden Gegenstände
ihr inneres Auge von den großen Ereignissen der Zeit abgelenkt wird.
    Der vielbesprochene Friede wurde endlich bekannt, und jeder Preuße konnte
nicht anders als mit heißem Schmerz die tiefe Herabwürdigung des Vaterlandes
betrachten, die in diesem Frieden lag. Er war so drückend, dass es beinah wie
Spott klang, diese Übereinkunft Friede zu nennen. Beinah unerschwingbare Summen
mussten bezahlt werden, die Hauptfestungen blieben in Französischen Händen, eine
Besatzung im Lande, und das Preussische Heer musste bis zur Unbedeutenheit
vermindert werden.
    Über die gefurchten Wangen des Obristen Talheim flossen heiße Tränen, als
er die Bedingungen dieses Friedens las. Es ist vorbei, rief er dem Grafen zu,
Preußen ist verloren, die Bedingungen können nicht erfüllt werden, dann haben
die Franzosen einen Vorwand und bleiben unsere Herren, und wenn durch ein Wunder
Alles sollte erfüllt werden können, so bleibt es immer der Großmut der Feinde
überlassen, ob sie gehen wollen, denn wir behalten keine Armeen, sie zu
vertreiben.
    Obgleich der Graf selbst niedergeschlagen war, suchte er doch seinen alten
Freund aufzurichten, indem er ihn darauf aufmerksam machte, dass gerade aus
dieser Verzweiflung sich eine Kraft entwickeln könne, die Niemand noch ahnte.
Die nächste Sorge, schloss er, wird sein müssen, die Summen herbei zu schaffen,
die den raubgierigen Feinden zu zahlen sind, und dies, mein teurer Freund,
fürchte ich, wird noch vieles Unglück herbeiführen, denn durch diese Anstrengung
werden
