 in die Bilder
zurücktreten, und die Idee zaubert sich, um ihre höchste Bedeutung zu vollenden,
noch in die Gestalt um, mit der sie jetzt Eines wird, während sie früher das
Andere war zu ihr. Dies ist die Wiedereinsetzung des Bildes, das nun auf
geistigem Grunde sicher und herrlich sich ausmalt, und als glänzendes
Wahrzeichen mit der Verheißung in die Geschichte tritt, dass zwischen Geist und
Welt das diesseitige Leben die Harmonie errungen. Das Bild hat den Geist, und
der Geist hat das Bild, und das Diesseits hat die Einheit und die Kraft. Der
nackte Begriff vermochte die Einheit nicht zu gründen, denn ich traf bei ihm
gerade auf den Punkt, wo er vielmehr die Spaltung im Leben festhält. Des Bildes
Schönheit aber ist jetzt eine reiche und unendliche, denn der ganze Reichtum
des Erkannten, den der Menschengeist in seinen Tiefen aufgehäuft, ist
emporgestiegen in die Glorie dieser Schönheit. Die Weisheit, an welcher die Zeit
so schwer und seufzend trug, wie ein Greis an der Last seiner Jahre, wandelt
sich in neue Götterjugend um, und hebt leichte Flügel bei tiefem Herzen. Nun
sänftigt sich die Strenge des Bewusstseins in jene göttliche Unbewussteit, die
doch Alles weiß, und die Das schon ist, was sie weiß. Nun wird der
frühlingfarbene Reiz des Unmittelbaren wieder hergestellt, und das Unmittelbare
wiegt und schaukelt sich auf den goldenen Lebenswegen, und weiß und hat sich
doch als ein Vermitteltes, das seelig feststeht. Nun muss die Reflexion wieder
zur kräftig hinlebenden Natur werden, und was mit der Wurzel tief in das Innere
schlägt, muss von außen lachend und leichtsinnig wie Strauch und Blume blühn.
Dies, dies ist die Einheit von Sein und Denken! Und so führt uns die gewaltig
treibende Hoffnung einer Epoche zu, wo Philosophie und Poesie nicht nur
versöhnt, sondern Eines geworden sind! Gebe Gott, gebe Gott, dass wir Strebenden
es noch alle erleben! Und wann die Kraft des Diesseits, in der wir uns so mutig
zusammenfassen, einmal zerreißt in unserer Seele, dann wollen wir von ganzem
Herzen sterben! Denn der Tod zerbricht zwar wieder die Einheit von Körper und
Geist, aber zugleich besiegt er das ganze Weltverhältniss von Form und Inhalt.
Das Diesseits ist das Verhältnis von Form und Inhalt, und die Unsterblichkeit
dieses Verhältnisses ist der Geist, welcher die Einheit war von Form und Inhalt.
Und nachdem das Verhältnis von Inhalt und Form in den Geist aufgegangen, welcher
der unsterbliche ist, gibt es nur Eines, welches der Geist ist. Der Geist ist
sich selbst Form geworden, und diese höchste Einheit ist der Tod. Es ist die
Einheit des Reiches Gottes, von der die Einheit des Diesseits nur ein
abgeschattetes Ebenbild war, sowie der
