 der Lebensatem sich in die Brust senkt, um aufs
neue Atem zu schöpfen, so senkt sich der erzeugende Geist in die Seele, um aufs
neue in die höhere Region ewiger Schöpfungskraft aufzusteigen.
    Die Seele atmet durch den Geist, der Geist atmet durch die Inspiration, und
die ist das Atmen der Gottheit.
    Das Aufatmen des göttlichen Geistes ist Schöpfen, Erzeugen; das Senken des
göttlichen Atems ist Gebären und Ernähren des Geistes, - so erzeugt, gebärt und
ernährt sich das Göttliche im Geist; so, durch den Geist in der Seele, so durch
die Seele in dem Leib. Der Leib ist die Kunst, - sie ist die sinnliche Natur,
ins Leben des Geistes erzeugt.
    In der Künstlersprache heißt es: Es kann nichts neues erfunden werden, alles
ist schon vorher dagewesen; ja! Wir können auch nur im Menschen erfinden, außer
ihm gibt es nichts, denn da ist der Geist nicht, denn Gott selbst hat keine
andere Herberge als den Geist des Menschen. Der Erfinder ist die Liebe. Da nur
das Umfassen der Liebe das Dasein gründet, so liegt außer diesem Umfassten kein
Dasein, kein Erfundenes. - Das Erfinden ist nur ein Gewahrwerden, wie der Geist
der Liebe in dem von ihr begründeten Dasein waltet.
    Der Mensch kann nicht erfinden, sondern nur sich selbst empfinden, nur
auffassen, erkennen, was der Geist der Liebe zu ihm spricht, wie er sich in ihm
nährt und ihn durch sich belehrt. - Außer diesem Gewahrwerden der göttlichen
Liebe, in Sprache der Erkenntnis umsetzen: ist keine Erfindung.
    Wie könnte der Geist nun erfinden wollen, da nur er das Erfundene ist, da
die Entfaltung seines Lebens nur die Entwicklung der Leidenschaft ist, die ihm
einzuflößen der göttlichen Liebe Genuss und Nahrung ist, da sein Atem nur das
Verzehren dieser Leidenschaft ist, und da seine Erzeugnisse nur das Verkörpern
dieser Leidenschaft sind.
    Also das Dasein ist das Umfassen der Liebe, das Geliebtsein. Das Erfinden,
das Aussprechen ist das Einflössen ihrer Leidenschaft in den menschlichen Geist.
Die Schönheit aber ist der Spiegel ihrer Seligkeit, die sie in der Befriedigung
ihrer Leidenschaft hat. - Die Seligkeit der Liebe spiegelt sich in dem Geist,
den sie erzeugt, den sie mit Leidenschaft durchdringt, dass er sie begehre;
dieses Begehren zu befriedigen, erzeugt ihren Genuss, dieses Mitgefühl ihres
Genusses, ihrer Seligkeit, spricht der Geist durch Schönheit aus. Die Schönheit
verkörpert sich durch den liebenden Geist, der die Form mit Leidenschaft
durchdringt, so wie die Liebe die selbsterschaffene Form des Geistes
durchdringt. Dann spricht nachher die sinnliche Form die Schönheit des Geistes
aus, wie der von Leidenschaft erfüllte Geist die Schönheit der Liebe ausspricht.
- Und so ist die Schönheit der
