 habe. Wenn Sie nur immer darin erkennen, dass ich Ihnen gern so
viel Freude machen möchte, als in meiner Gewalt steht.
    August scheint sich hier zu gefallen; das Fest, welches der Fürstprimas der
Großmutter und dem Enkel gab, beweist recht, wie er den Sohn ehrt. Ich will
indessen der Frau Rat nicht vorgreifen, die es Ihnen mit den schönsten Farben
ausmalen wird. August schwärmt in der ganzen Umgegend umher; überall sind
Jugendfreunde seines Vaters, die von den Höhen da und dort hindeuten und
erzählen, welche glückliche Stunden sie mit ihm an so schönen Orten verlebten;
und so geht es im Triumph von der Stadt aufs Land und von da wieder in die
Stadt. - In Offenbach, dem zierlichsten und reinsten Städtchen von der Welt, das
mit himmelblauseidenem Himmel unterlegt ist, mit silbernen Wellen garniert und
mit blühenden Feldern von Hyazinten und Tausendschönchen gestickt; da war des
Erzählens der Erinnerungen an jene glückliche Zeiten kein Ende.
    Beiliegende Granaten hab ich aus Salzburg erhalten; tragen Sie dieselben zu
meinem Andenken.
                                                                         Bettine
Einliegende Bücher für den Geheimen Rat.
 
                                   An Bettine
                                                      Weimar, den 20. April 1808
Auch gestern wieder, liebes Herz, hat sich aus Deinem Füllhorn eine reichliche
Gabe zu uns ergossen, grade zur rechten Zeit und Stunde, denn die Frauenzimmer
waren in großer Überlegung, was zu einem angesagten Fest angezogen werden
sollte. Nichts wollte recht passen, als eben das schöne Kleid ankam, das denn
sogleich nicht geschont wurde.
    Da unter allen Seligkeiten, deren sich meine Frau vielleicht rühmen möchte,
die Schreibseligkeit die allergeringste ist: so verzeihe Du, wenn sie nicht
selbst die Freude ausdrückt, die Du ihr gemacht hast. Wie leer es bei uns
aussieht, fällt mir erst recht auf, wenn ich umherblicke und Dir doch auch
einmal etwas Freundliches zuschicken möchte. Darüber will ich mir nun also
weiter kein Gewissen machen und auch für die gedruckten Hefte danken, wie für
manches, wovon ich noch jetzt nicht weiß, wie ich mich seiner würdig machen
soll. Das wollen wir denn mit bescheidenem Schweigen übergehen und uns lieber
abermals zu den Juden wenden, die jetzt in einem entscheidenden Moment zwischen
Tür und Angel stecken und die Flügel schon sperren, noch ehe ihnen das Tor der
Freiheit weit genug geöffnet ist. -
    Es war mir sehr angenehm, zu sehen, dass man den finanzgeheimerätlichen,
jakobinischen Israelssohn so tüchtig nach Hause geleuchtet hat. Kannst du mir
den Verfasser der kleinen Schrift wohl nennen? Es sind treffliche einzelne
Stellen drin, die in einem Plädoyer von Beaumarchais wohl hätten Platz finden
können. Leider ist das Ganze nicht rasch, kühn und lustig genug geschrieben, wie
es hätte sein müssen, um jenen Humanitätssalbader vor der ganzen Welt ein für
allemal lächerlich
