 Stille und
Freudigkeit meines jetzigen Berufs, einen ruhigen Abend und viele selige Träume
vom neuen Tage.
    Elise, würden Sie es gut heißen, wenn ich die Freundin jetzt verliesse, wo
ich ihr vergelten kann, was sie an mir tat.
    Sie würden es nicht gut heißen, das darf ich zuversichtlich behaupten. Ich
sage Ihnen daher auch ohne alle Furcht vor Missbilligung, dass ich den Winter über
nicht nach meinem Stift zurückkehre, ja, dass ich nicht einmal in Deutschland
bleibe, sondern die bekümmerte Frau nach Italien begleite, wohin sie, in
Aufträgen ihrer Prinzessin, reist, die, wie Sie wissen, aus dem toskanischen
Hause entspross.
    Ich irre wohl schwerlich, wenn ich die Absicht der großmütigen Fürstin in
dieser Sendung zu erkennen glaube. Sie will etwas Fremdes in die Seele ihrer
betrübten Dienerin schieben, und sie durch andere Gegenstände auf andere
Gedanken bringen. Gleichwohl fürchte ich, wird sie hiermit ganz ihren Zweck
verfehlen. Es gibt Stimmungen, in welchen das Ableiten nur heftiger und
unwilliger auf das eigene Interesse zurückdrängt, und das Übel ärger macht.
    Das Letzte zu verhüten, hauptsächlich aber die Reise selbst nur möglich zu
machen, was bei dem schlaffen, schwankenden Gemütszustand der wahrhaft
Erkrankten sehr schwer halten würde, habe ich mich zu ihrer Gesellschafterin
aufgeworfen. Die Fürstin billigt, ja wünscht es.
    So werden wir denn schon in wenigen Tagen auf dem Wege nach Florenz sein.
Gott ist überall! und ich gehorche seinem Willen, hier oder dort.
    Dies reicht hin, jede andere Frage des Innern abzuweisen. Machen Sie es auch
so, liebe, zärtliche Elise. Ich weiß, Sie missen mich ungern. Sie haben auch
sonst Niemand, dem Sie sich, in den vielen unbeschäftigten Augenblicken eines
einsamen Tages, mitteilen können. Allein, eben deshalb ist es vielleicht gut,
dass ich eine Zeitlang zurücktrete. Es bringt Sie wohl dahin, Andere aufzusuchen.
Es kann Ihnen nicht entgangen sein, dass man Sie ohnehin des Hochmuts
beschuldigt, und darin etwas Gesuchtes, ja Anmassendes finden will. Zudem ist
Ihnen Emma in Kurzem nahe. Liebe Elise, was soll ich Ihnen weiter sagen? - Ich
fürchte für dies arme Herz. Sie war es, die Hugo ihre Hand gab, er hat sie
angenommen! aber er hält sie so lose, so furchtsam, möchte ich sagen, in der
seinen, als ängstige es ihn, dass er diese nun nicht besser gebrauchen kann. Der
Ernst, die Gewalt ihrer Gefühle, hat das leichte Spiel jugendlicher Empfindungen
in einem festen Verhältnis gefangen genommen. Mir ahndet, die Ketten, welche sie
arglos um sein wie ihr Geschick legte, werden mit dem vollen Gewicht ihrer Last
auf sie allein zurückfallen.
    Doch, wozu die nutzlosen
