, im Wildzwinger, auf Emma's Bank unter ihren
Lieblingen sehen zu lassen!
    Ich schaudre, tritt mir Alles in seiner unleugbaren Wirklichkeit vor die
Seele. Und nun fort! Und auch er!
    Unglückliche Elise! so dreist, so sündhaft wurdest Du betrogen! Ja, was
sagen wir ihr aber? was wir fürchten? Ich wage es nicht. Denn hege ich gleich
keinen Zweifel über meinen Verdacht, so besitzen wir doch nicht hinreichende
Beweise, um auf eine Mutmaßung hin, ein Herz unbarmherzig zu zerreißen.
    Wir müssen sie noch hinhalten. Ist es, wie ich mir's vorstelle, so kann es
kein Geheimnis bleiben. Wir sind dann vorbereitet, haben uns gesammelt, und
können sie besser aufrecht halten, als jetzt, wo mein Blut kocht, und das Gefühl
zwischen bitterer Empörung und heißem Schmerze hin- und hergetrieben wird.
    Wachsam müssen wir bleiben. Keinen Augenblick darf sie ohne mich sein, denn
es teilen auch Andere unsern Argwohn, und mehr als eine Stimme sagt, was wir
noch zu denken zögern. Also für jetzt Behutsamkeit und Schweigen, lieber Freund!
 
                             Der Komtur an Sophie
Zu rechter Zeit, Liebste! haben Sie es in Zweifel gestellt, ob die angeborene
Lebhaftigkeit Sie nicht dennoch öfter übereile, als Sie glauben. Ich meine, wir
haben Beide rascher empfunden, als das Rechte gefunden. Muss ich auch Sie, wie
mich selbst daran erinnern, dass die Oberhofmeisterin um die Fremde wusste? dass
diese mit ihr und dem Kloster in Verbindung steht? dass sie ärztliche Besuche
hatte, dass ihr Krankheitszustand folglich anerkannt und mit Sorgfalt beobachtet
wurde? Hierin also, ist wenigstens keine List zu vermuten, und wie diese
einzelne Widerlegung alles andere widerlegt, leuchtet Ihnen gewiss so gut ein,
wie mir.
    Ein Glück daher, dass die Freundschaft zaghaft macht, und Sie weise handeln,
weil Sie zärtlich empfinden. Freilich, liebe Freundin! freilich, »Behutsamkeit
und Schweigen!« Elise darf nichts von unsern voreiligen Schlüssen ahnden.
    Vielleicht hilft uns Hugo bald über alle Zweifel hinaus.
    Noch wissen wir nichts von ihm. Auch Walter zeigt sich nicht, und mir liegt
dazu ob, keine Unruhe zu verraten, ich muss über die Schritte meines Neffen
vollkommen unterrichtet scheinen. Meine Haltung hält ihn in der Meinung
aufrecht. Möchte er bald die peinliche Anstrengung enden!
 
                                    Antwort
Sie haben recht. Und doch - ich weiß nicht, wie Alles zusammenhängt, aber - er
ist der Fremden gefolgt. Sein Sie dessen gewiss. Elise weiß es. Der alte
Gartenknecht Karl hat es ihr verraten. Hugo war bei ihm. Er hatte ihn über
jeden kleinen Umstand im Betreff der schleunigen Abreise der Dame befragt. Er
soll sehr blass, sehr matt und
