 er ist der höchste Triumph
dieser Matador, und zählt für zehen, wenn er Pacat ultimo macht. Und bei den
literarischen Stiergefechten ist er Matador! denn er, der Hauptkämpfer ist es,
der dem armen gehetzten und gejagten Stier den Todesstoss gibt.«
    »Gestehen Sie, Sie übertreiben; - Sie haben gewiss einmal den unglücklichen
Gedanken gehabt, etwas zu schreiben, das recht tüchtig vorgenommen wurde, und
jetzt zürnen Sie der Kritik?«
    Der junge Deutsche errötete. »Es ist wahr, ich habe etwas geschrieben, doch
war es nur eine Novelle, und leider nicht so bedeutend, dass es wäre rezensiert
worden; aber nein; ich selbst habe einige Zeit unter meines Onkels Protektion
den kritischen kleinen Krieg mitgemacht, und kenne diese Affären genau. Nun,
mein Onkel brachte mir also die verschiedenen Formen und Klassen bei. Die erste
war die sanftlobende Rezension. Sie gab nur einige Auszüge aus dem Werk, lobte
es als brav und gelungen, und ermahnte auf der betretenen Bahn fortzuschreiten.
In diese Klasse fielen junge Schriftsteller, die dem Interesse des Blattes
entfernter standen, die man aber für sich gewinnen wollte. Hauptsächlich aber
war diese Klasse für junge schriftstellerische Damen.«
    »Wie?« erwiderte der Lord, »haben Sie derer so viele, dass man eine eigene
Klasse für sie macht?«
    »Man zählte, als ich noch auf der Oberwelt war, sechsundvierzig jüngere und
ältere; Sie sehen, dass man für sie schon eine eigene Klasse machen kann, und
zwar eine gelinde, weil diese Damen mehr Anbeter und Freunde haben, als ein
junger Schriftsteller. Die zweite Klasse ist die lobposaunende. Hier werden
entweder die Verlagsartikel des Buchhändlers, der das Blatt bezahlt, oder die
Parteimänner gelobt. Man preist ihre Namen, man ist gerührt, man ist glücklich,
dass die Nation einen solchen Mann aufweisen kann. Die dritte Klasse ist dann die
neutrale. Hier werden die Feinde, mit denen man nicht in Streit geraten mag,
etwas kühl und diplomatisch behandelt. Man spricht mehr über das Genus ihrer
Schrift und über ihre Tendenz, als über sie selbst, und gibt sich Mühe, in recht
vielen Worten nichts zu sagen, ungefähr wie in den Salons, wenn man über
politische Verhältnisse spricht, und sich doch mit keinem Wort verraten will.
    Die vierte Klasse ist die lobhudelnde. Man sucht entweder einen, indem man
ihn scheinbar und mit einem Anstrich von Gerechtigkeit ein wenig tadelt, zu
loben, oder umgekehrt, man lobt ihn mit vielem Anstand und bringt ihm einige
Stiche bei; die ihn entweder tief verwunden oder doch lächerlich machen. Die
fünfte Klasse ist die grobe, ernste; man nimmt eine vornehme Miene an, setzt
sich hoch zu Ross und
