, um den Samen eiliger Bildung ja nach allen Seiten
hin reichlich auszuspenden. Emsiger aber und weiter ausgreifend sind jene
frommen Seelen, die, das Heil den Völkern zu bringen, sich durch alle Weltteile
zerstreuen. Dagegen pilgern andere, sich das Heil abzuholen; sie ziehen zu
ganzen Scharen nach geweihter, wundertätiger Stelle, dort zu suchen und zu
empfangen, was ihrem Innern zu Hause nicht verliehen ward.
    Wenn uns nun diese sämtlich nicht in Verwunderung setzen, weil ihr Tun und
Lassen ohne Wandern meist nicht denkbar wäre, so sollten wir diejenigen, die
ihren Fleiß dem Boden widmen, doch wenigstens an denselben gefesselt halten.
Keineswegs! Auch ohne Besitz lässt sich Benutzung denken, und wir sehen den
eifrigen Landwirt eine Flur verlassen, die ihm als Zeitpächter Vorteil und
Freude mehrere Jahre gewährt hat; ungeduldig forscht er nach gleichen oder
größeren Vorteilen, es sei nah oder fern. Ja sogar der Eigentümer verlässt seinen
erst gerodeten Neubruch, sobald er ihn durch Kultur einem weniger gewandten
Besitzer erst angenehm gemacht hat; aufs neue dringt er in die Wüste, macht sich
abermals in Wäldern Platz, zur Belohnung jenes ersten Bemühens einen doppelt und
dreifach größeren Raum, auf dem er vielleicht auch nicht zu beharren gedenkt.
    Lassen wir ihn dort mit Bären und anderm Getier sich herumschlagen und
kehren in die gebildete Welt zurück, wo wir es auch keineswegs beruhigter
antreffen. Irgendein großes, geregeltes Reich beschaue man, wo der Fähigste sich
als den Beweglichsten denken muss; nach dem Winke des Fürsten, nach Anordnung des
Staatsrats wird der Brauchbare von einem Ort zum andern versetzt. Auch ihm gilt
unser Zuruf: Suchet überall zu nützen, überall seid ihr zu Hause. Sehen wir aber
bedeutende Staatsmänner, obwohl ungern, ihren hohen Posten verlassen, so haben
wir Ursache, sie zu bedauern, da wir sie weder als Auswanderer noch als Wanderer
anerkennen dürfen; nicht als Auswanderer, weil sie einen wünschenswerten Zustand
entbehren, ohne dass irgendeine Aussicht auf bessere Zustände sich auch nur
scheinbar eröffnete; nicht als Wanderer, weil ihnen anderer Orten auf irgendeine
Weise nützlich zu sein selten vergönnt ist.
    Zu einem eigenen Wanderleben jedoch ist der Soldat berufen; selbst im
Frieden wird ihm bald dieser, bald jener Posten angewiesen; fürs Vaterland nah
oder fern zu streiten, muss er sich immer beweglich erhalten; und nicht nur fürs
unmittelbare Heil, sondern auch nach dem Sinne der Völker und Herrscher wendet
er seinen Schritt allen Weltteilen zu, und nur wenigen ist es vergönnt, sich hie
oder da anzusiedeln. Wie nun bei dem Soldaten die Tapferkeit als erste
Eigenschaft obenan steht, so wird sie doch stets mit der Treue verbunden
gedacht, deshalb wir denn gewisse wegen ihrer Zuverlässigkeit gerühmte Völker,
aus der Heimat gerufen, weltlichen und geistlichen
