, wie in erwünschten Häfen vor Anker liegen. Solche Bewegung,
solches Wandern wird ihnen zur Gewohnheit, zum Bedürfnis; endlich betrachten sie
die Oberfläche der Welt, als wäre sie nicht durch Berge gedämmt, nicht von
Flüssen durchzogen. Haben wir doch den Nordosten gesehen sich gegen Südwesten
bewegen, ein Volk das andere vor sich hertreiben, Herrschaft und Grundbesitz
durchaus verändert.
    Von übervölkerten Gegenden her wird sich ebendasselbe in dem großen Weltlauf
noch mehrmals ereignen. Was wir von Fremden zu erwarten haben, wäre schwer zu
sagen; wundersam aber ist es, dass durch eigene Übervölkerung wir uns einander
innerlich drängen und, ohne erst abzuwarten, dass wir vertrieben werden, uns
selbst vertreiben, das Urteil der Verbannung gegen einander selbst aussprechend.
    Hier ist nun Zeit und Ort, ohne Verdruss und Missmut in unserm Busen einer
gewissen Beweglichkeit Raum zu geben, die ungeduldige Lust nicht zu
unterdrücken, die uns antreibt, Platz und Ort zu verändern. Doch was wir auch
sinnen und vorhaben, geschehe nicht aus Leidenschaft, noch aus irgendeiner
andern Nötigung, sondern aus einer dem besten Rat entsprechenden Überzeugung.
    Man hat gesagt und wiederholt: Wo mir's wohl geht, ist mein Vaterland!; doch
wäre dieser tröstliche Spruch noch besser ausgedrückt, wenn es hieße: Wo ich
nütze, ist mein Vaterland! Zu Hause kann einer unnütz sein, ohne dass es eben
sogleich bemerkt wird; außen in der Welt ist der Unnütze gar bald offenbar. Wenn
ich nun sage: Trachte jeder, überall sich und andern zu nutzen!, so ist dies
nicht etwa Lehre noch Rat, sondern der Ausspruch des Lebens selbst.
    Nun beschaue man den Erdball und lasse das Meer vorerst unbeachtet, man
lasse sich von dem Schiffsgewimmel nicht mit fortreißen und hefte den Blick auf
das feste Land und staune, wie es mit einem sich wimmelnd durchkreuzenden
Ameisengeschlecht übergossen ist. Hiezu hat Gott der Herr selbst Anlass gegeben,
indem er, den babylonischen Turmbau verhindernd, das Menschengeschlecht in alle
Welt zerstreute. Lasst uns ihn darum preisen, denn dieser Segen ist auf alle
Geschlechter übergegangen.
    Bemerket nun mit Heiterkeit, wie sich alle Jugend sogleich in Bewegung
setzt. Da ihr der Unterricht weder im Hause noch an der Türe geboten wird, eilt
sie alsobald nach Ländern und Städten, wohin sie der Ruf des Wissens und der
Weisheit verlockt; nach empfangener schneller, mäßiger Bildung fühlt sie sich
sogleich getrieben, weiter in der Welt umherzuschauen, ob sie da oder dort
irgendeine nutzbare Erfahrung, zu ihren Zwecken behilflich, auffinden und
erhaschen könne. Mögen sie denn ihr Glück versuchen! wir aber gedenken sogleich
vollendeter, ausgezeichneter Männer, jener edlen Naturforscher, die jeder
Beschwerlichkeit, jeder Gefahr wissentlich entgegengehen, um der Welt die Welt
zu eröffnen und
