 aller Geschäfte widmen, ohne
Wunder zu heilen und ohne Worte Wunder zu tun, so verwende ich mich für dich.«
So sprach er hastig und fügte hinzu, was seine Beredsamkeit noch alles für
gewaltige Gründe vorzubringen wusste.
Hier nun bin ich geneigt zu enden, zunächst aber sollst du umständlich erfahren,
wie ich die Erlaubnis, an bestimmten Orten mich länger aufhalten zu dürfen,
benutzt habe, wie ich in das Geschäft, wozu ich immer eine stille Neigung
empfunden, mich gar bald zu fügen, mich darin auszubilden wusste. Genug! bei dem
großen Unternehmen, dem ihr entgegengeht, werd' ich als ein nützliches, als ein
nötiges Glied der Gesellschaft erscheinen und euren Wegen, mit einer gewissen
Sicherheit, mich anschließen; mit einigem Stolze, denn es ist ein löblicher
Stolz, euer wert zu sein.
 
                      Betrachtungen im Sinne der Wanderer
                            Kunst, Etisches, Natur
Alles Gescheite ist schon gedacht worden, man muss nur versuchen, es noch einmal
zu denken.
Wie kann man sich selbst kennen lernen? Durch Betrachten niemals, wohl aber
durch Handeln. Versuche deine Pflicht zu tun, und du weißt gleich, was an dir
ist.
Was aber ist deine Pflicht? Die Forderung des Tages.
Die vernünftige Welt ist als ein großes unsterbliches Individuum zu betrachten,
das unaufhaltsam das Notwendige bewirkt und dadurch sich sogar über das
Zufällige zum Herrn macht.
Mir wird, je länger ich lebe, immer verdrießlicher, wenn ich den Menschen sehe,
der eigentlich auf seiner höchsten Stelle da ist, um der Natur zu gebieten, um
sich und die Seinigen von der gewalttätigen Notwendigkeit zu befreien; wenn ich
sehe, wie er aus irgendeinem vorgefassten falschen Begriff gerade das Gegenteil
tut von dem, was er will, und sich alsdann, weil die Anlage im Ganzen verdorben
ist, im Einzelnen kümmerlich herumpfuschet.
Tüchtiger, tätiger Mann, verdiene dir und erwarte:
von den Großen - Gnade,
von den Mächtigen - Gunst,
von Tätigen und Guten - Förderung,
von der Menge - Neigung,
von dem Einzelnen - Liebe.
Die Dilettanten, wenn sie das Möglichste getan haben, pflegen zu ihrer
Entschuldigung zu sagen, die Arbeit sei noch nicht fertig. Freilich kann sie nie
fertig werden, weil sie nie recht angefangen ward. Der Meister stellt sein Werk
mit wenigen Strichen als fertig dar, ausgeführt oder nicht, schon ist es
vollendet. Der geschickteste Dilettant tastet im Ungewissen, und wie die
Ausführung wächst, kommt die Unsicherheit der ersten Anlage immer mehr zum
Vorschein. Ganz zuletzt entdeckt sich erst das Verfehlte, das nicht
auszugleichen ist, und so kann das Werk freilich nicht fertig werden.
In der wahren Kunst gibt es keine Vorschule, wohl aber Vorbereitungen; die beste
jedoch ist die
