 solches
Zusammentreffen höchst gespannt.
                                                                   Den 8. Julius
Unser Wunsch wurde erfüllt. Der Zufall wollte, dass grade von dem Stamme, mit
welchen John verschwistert ist, ein Trupp von sechs Männern und vier Weibern in
ihren Kanots über den See kam, um auf die Rehjagd zu gehen, welche hier am Fuße
des Alleghany-Gebirges sehr ergiebig ist. John wurde sehr bald von ihnen als ihr
Bruder erkannt, und die Freude war von beiden Seiten unbeschreiblich. Er zeigte
ihnen seine Kinder, und sie erklärten, dass diese auch die ihrigen wären. Sie
brachten uns mit großer Gastfreiheit die Beute ihrer Jagd zum Geschenk; wir
bewirteten sie dagegen mit Rum und gekochten Speisen und teilten unsern Vorrat
an Reis und Zwieback mit ihnen, unsre Männer gaben ihnen den größten Teil ihres
Tabaks. Ich schmückte die Weiber mit allem, was ich an Glasperlen, einfachen
Ringen, Bändern und entbehrlichen Tüchern besaß; das Freundschaftsbündnis war in
kurzem auf das engste geknüpft. Sie lagerten sich in unserer Nähe und geleiteten
uns heute eine ganze Strecke. Der Abschied schien ihnen sehr wehe zu tun, doch
trösteten sie sich mit der Hoffnung, uns bei unserer Rückkunft von dem großen
Wasserfalle, wohin wir nach ihrer Meinung wallfahrten, um den Großen Geist
anzubeten, wiederzusehn. Auch John war gerührt bei dem Scheiden von diesen
herzlichen Kindern der Natur, und er hat mir nachher wiederholt versichert, dass,
wenn er nicht Frau und Kinder daheim hätte, er der Versuchung kaum würde haben
widerstehen können, mit ihnen in ihr Land zurückzukehren. Ich begreife leicht,
wie anziehend diese ungebundene Lebensart für den sein muss, welcher die Sprache
dieser Völker kennt und seine Bedürfnisse noch nicht zu weit über die ihrigen
hinaus gesteigert hat.
                                                                  Den 11. Julius
Wir sind heute zu einer mittelmäßigen Meierei gelangt, welche an den Ufern eines
kleinen Flusses liegt, der sich ungefähr vier Stunden von hier in den Eriesee
ergießt. Der Boden ist sehr fruchtbar, der Mais steht vortrefflich und
verspricht einen fünfzigfältigen Ertrag. Obstbäume umgeben die niedere Wohnung
und verstecken sie fast, alle beugen ihre Zweige unter der Last der Früchte.
Kirschen, Aprikosen, Birnen, Melonen sind von ganz vorzüglicher Güte, die
Pfirsich rötet sich schon, und der Zider wird gewiss ebenso trefflich und
reichlich gewonnen werden als im vorigem Herbste. Wir trinken jetzt davon und
werden unser fast geleertes Flaschenfutter damit füllen. Auch herrliches Gemüse
gibt es hier. Kühe weiden umher, und an Geflügel fehlt es nicht. Die Natur
versorgt diese glückliche Familie mit allem im Überfluss, was das physische Leben
angenehm machen kann. Wöchentlich bringt der älteste Sohn des Hauses die
Produkte, welche man nicht verzehren kann, auf einem einspännigen Karren nach
Venago, welches fünf Stunden entfernt ist. Die Familie
