 Ausbildung ein hohes
Verdienst; er hat einige Tage festgesetzt, wo er ihnen, unter der Form
freundschaftlicher Betrachtung, die zweckmässigsten Lehren gibt. Besonders sorgt
er für die Erziehung der Jugend und wird eine eigene Bildungsanstalt gründen, in
welcher sie für jetzt allein, künftig mit unsern Kindern gemeinschaftlich
Unterricht erhalten wird. Der Lehrstunden werden nur wenige sein, und jeder der
Männer wird in seinem Lieblingsfache unterrichten. Bei den Alten nehmen wir
jetzt selbst in manchen Stunden Unterricht, besonders wir Frauen. Zum künftigen
Winter werden wir geschickte Weberinnen besitzen. Das Material fällt uns fast
von selbst in die Hand; die Schafschur ist über alle Erwartung günstig gewesen,
die Baumwolle von der besten Gattung, der Lein fein und stark; Spinnmaschinen
liefern das Garn. Die Witterung ist in den Sommermonden so gleich, dass die
Seidenraupe im Freien fortkommt; der erste Versuch damit ist sehr genügend
ausgefallen, wir haben keine andre Mühe damit, als die Kokons zu sammeln und sie
unter die Haspelmaschine zu bringen.
    Bei allen Arbeiten, welche viele Hände auf einmal erfordern, helfen Deutsche
und Neger gemeinschaftlich mit solcher Bereitwilligkeit, dass wir ihre
Dienstleistungen eher abzulehnen als zu erbitten haben. Aber auch wir helfen
ihnen, wenn es not tut, und wie sie die Güter der Natur mit uns teilen, so
benutzen sie auch die Vorteile unserer Maschinen- und Mühlenwerke mit demselben
Rechte als wir. Wir behandeln sie als Brüder, und sie betrachten die Männer fast
wie Väter.
    Die Getreideernte ist überreich gewesen. Die Dreschmaschinen sind im Gange,
und die Kornmühle klappert, hoch aufgespeichert liegen die goldenen Kolben des
Mais; die Trauben schwellen, die Äpfel röten sich und versprechen köstlichen
Zider. Wir haben das Erntefest gefeiert und werden noch vor dem Herbstfeste eine
Wanderung längs unserer südlichen Grenze hin unternehmen, welche die meisten der
Männer noch nicht kennen. Von den Frauen haben nur wenige den Mut, uns zu
begleiten, aus Scheu vor den Chickasaws und den Irokesen, welche unsere
Grenznachbarn sind. Zephyrine und Philippine waren die ersten, welche sich
erboten, mit uns die Gefahr zu bestehen, sie wollen ihren Hühnerhof Korallys
Sorgfalt übergeben; auch die mutige Rosalva und die sanfte Marie werden sich an
uns anschließen, indem die Liebe für ihren William über der letzteren natürliche
Furchtsamkeit siegt. Wir werden in einer Barke den Schawanoe hinauffahren, so
weit er schiffbar ist, um so auf die leichteste Art unsere Lebensmittel
mitzuführen und eine Partie Tabak, welcher, beiläufig gesagt, ganz vortrefflich
geraten ist, als Geschenk für die Wilden, wenn uns benachbarte Stämme begegnen
sollten. Alles ist Leben und Bewegung zu dieser kleinen Ausflucht, es wird
gebraten und gebacken, als gelte es eine Reise um die Welt; und doch werden wir
kaum zehn bis zwölf
