, Starres hervor, das nicht eindringen
kann ins Leben, weil es selbst nicht lebt. Statt des alten großen Meisters, den
sie sich zum Muster und Vorbild gewählt haben, Werke sorglich zu kopieren und so
einzudringen in seinen eigentümlichsten Geist, wollen sie gleich die Meister
selbst sein und Similia malen, verfallen aber darüber in eine Nachahmerei der
Nebendinge, die sie ebenso kindisch und lächerlich erscheinen lässt als jenen,
der, um einem großen Mann gleichzukommen, ebenso zu husten, zu schnarren, etwas
gebückt zu gehen sich mühte wie dieser. - Es fehlt unsern jungen Malern an der
wahren Begeisterung, die das Bild in aller Glorie des vollendetsten Lebens aus
dem Innern hervorruft und ihnen vor Augen stellt. Man sieht, wie sich dieser,
jener vergebens abquält, um endlich in jene erhöhte Stimmung des Gemüts zu
geraten, ohne die kein Werk der Kunst geschaffen wird. Was dann aber die Ärmsten
für wahre Begeisterung halten, wie sie den heitern, ruhigen Sinn der alten Maler
erhob, ist nur das seltsam gemischte Gefühl von hochmütiger Bewunderung des
selbst gefassten Gedankens und von ängstlicher, quälender Sorge, nun bei der
Ausführung es dem alten Vorbilde auch in der kleinsten Kleinigkeit nachzutun. -
So wird denn oft die Gestalt, die, selbst lebendig, ins helle freundliche Leben
treten sollte, zur widerlichen Fratze. Unsere jungen Maler bringen es nicht zur
deutlichen Anschauung der im Innern aufgefassten Gestalt, und mag es vielleicht
nicht lediglich daher kommen, dass sie, gerät ihnen auch sonst alles so ziemlich
gut, doch die Färbung verfehlen? - Mit einem Wort, sie können höchstens
zeichnen, aber durchaus nicht malen. Unwahr ist es nämlich, dass die Kenntnis der
Farben und ihrer Behandlung verloren gegangen sein, dass es den jungen Malern an
Fleiß fehlen sollte. Denn was das erste betrifft, so ist es unmöglich, da die
Malerkunst seit der christlichen Zeit, in der sie sich erst als wahrhaftige
Kunst gestaltete, nie geruht hat, sondern Meister und Schüler eine
ununterbrochene, fortlaufende Reihe bilden und der Wechsel der Dinge, der
freilich nach und nach die Abweichungen vom Wahrhaftigen herbeiführte, auf die
Übertragung des Mechanischen keinen Einfluss haben konnte. Anlangend aber den
Fleiß der Künstler, so möchte ihnen eher Übermaß als Mangel daran vorzuwerfen
sein. Ich kenne einen jungen Künstler, der ein Gemälde, lässt es sich auch
ziemlich gut an, so lange übermalt und übermalt, bis alles in einen stumpfen
bleiernen Ton hinschwindet und so vielleicht erst dem innern Gedanken gleicht,
dessen Gestalten nicht in das vollendete, lebendige Leben treten konnten. - Seht
da, Kapellmeister, ein Bild, aus dem wahres herrliches Leben haucht, und das
darum, weil es die wahre fromme Begeisterung schuf! - Das Mirakel ist Euch
deutlich
