 seiner Tagewerke nur die eigene Vergänglichkeit in der Mühe und eine Sorge,
der Gedanke, der ihn so innig beschäftigte, den sein Mund nur halb auszusprechen
vermochte, sei wohl auch in der geistigen Welt, wie für die Zeitgenossen
untergegangen. Diese härteste aller Prüfungen öffnet ihm das Tor einer neuen
Welt. Indem er diese geistige Welt gleich der umgebenden als nichtig und
vergänglich aufgibt, da fühlt er erst, dass er nicht hinaus zu treten vermag, dass
sein ganzes Wesen nicht nur von ihr umgeschlossen, sondern, dass sogar außer ihr
nichts vorhanden sei, dass kein Wille vernichten könne, was der Geist geschaffen.
Darum sei uns lieb diese träumende Freude und Sorge aller schaffenden Kräfte als
ein Zeichen der höheren Ewigkeit, in die sich der Geist arbeitend versenkt und
der Zeit vergisst, die immer nur weniges zu lieben versteht, alles aber fürchten
lernt und mit Ängstlichkeit dingt, was mitteilbar sei, oder was verschwiegen
bleiben müsse. Das Verschwiegene ist darum nicht untergegangen, töricht ist die
Sorge um das Unvergängliche. Aber der Geist liebt seine vergänglichen Werke als
ein Zeichen der Ewigkeit, nach der wir vergebens in irdischer Tätigkeit,
vergebens in Schlüssen des Verstandes trachten, auf die uns der Glaube vergebens
eine Anwartschaft gäbe, wenn sie nicht die irdische Tätigkeit lenkte, das Spiel
des Verstandes übte, und dem Glauben aus der tätigen Erhöhung in Anschauung und
Einsicht beglaubigt entgegen träte. Nur das Geistige können wir ganz verstehen
und wo es sich verkörpert, da verdunkelt es sich auch. Wäre dem Geist die Schule
der Erde überflüssig, warum wäre er ihr verkörpert, wäre aber das Geistige je
ganz irdisch geworden, wer könnte ohne Verzweifelung von der Erde scheiden. Dies
sei unserer Zeit ernstlich gesagt, die ihr Zeitliches überheiligen möchte mit
vollendeter, ewiger Bestimmung, mit heiligen Kriegen, ewigen Frieden und
Weltuntergang. Die Geschicke der Erde, Gott wird sie lenken zu einem ewigen
Ziele, wir verstehen nur unsere Treue und Liebe in ihnen und nie können sie mit
ihrer Äusserlichkeit den Geist ganz erfüllen. Die Erfahrung müsste es wohl endlich
jedem gezeigt haben, dass bei dem traurigsten, wie beim freudigsten Weltgeschicke
ein mächtigeres Gegengewicht von Trauer und Freude uns selbst verliehen ist, dass
sich alles in der Kraft des Geistes überleben lässt und in seiner Schwäche uns
nichts zu halten vermag. Es gab zu allen Zeiten eine Heimlichkeit der Welt, die
mehr wert in Höhe und Tiefe der Weisheit und Lust, als alles, was in der
Geschichte laut geworden. Sie liegt der Eigenheit des Menschen zu nahe, als sie
den Zeitgenossen deutlich würde, aber die Geschichte in ihrer höchsten Wahrheit
gibt den Nachkommen ahndungsreiche Bilder und wie die Eindrücke der Finger an
harten Felsen im Volke die Ahndung einer seltsamen Urzeit erwecken, so tritt uns
