
feines Kickern unterbrach. Das Volk lachte unmäßig, und ich selbst, wunderlich
angesprochen von der neuen fabelhaften Erscheinung Belcampos, ließ mich
fortreißen und brach aus in das längst ungewohnte Lachen der innern kindischen
Lust. - Ach, wie oft war sonst mein Lachen nur der konvulsivische Krampf der
innern herzzerreissenden Qual. Dem Kampf mit dem Riesen ging eine lange
Disputation voraus, und David bewies überaus künstlich und gelehrt, warum er den
furchtbaren Gegner totschmeissen müsse und werde. Belcampo ließ alle Muskeln
seines Gesichts wie knisternde Lauffeuer spielen, und dabei schlugen die
Riesenärmchen nach dem kleiner als kleinen David, der geschickt unterzuducken
wusste und dann hie und da, ja selbst aus Goliats eigener Mantelfalte zum
Vorschein kam. Endlich flog der Kiesel an Goliats Haupt, er sank hin, und die
Decke fiel. Ich lachte immer mehr, durch Belcampos tollen Genius gereizt,
überlaut, da klopfte jemand leise auf meine Schulter. Ein Abbate stand neben
mir. »Es freut mich,« fing er an, »dass Ihr, mein ehrwürdiger Herr, nicht die
Lust am Irdischen verloren habt. Beinahe traute ich Euch, nachdem ich Eure
merkwürdige Andachtsübungen gesehen, nicht mehr zu, dass Ihr über solche
Torheiten zu lachen vermöchtet.« Es war mir so, als der Abbate dieses sprach,
als müsste ich mich meiner Lustigkeit schämen, und unwillkürlich sprach ich, was
ich gleich darauf schwer bereute, gesprochen zu haben. »Glaubt mir, mein Herr
Abbate,« sagte ich, »dass dem, der in dem buntesten Wogenspiel des Lebens ein
rüstiger Schwimmer war, nie die Kraft gebricht, aus dunkler Flut aufzutauchen
und mutig sein Haupt zu erheben.« Der Abbate sah mich mit blitzenden Augen an.
»Ei,« sprach er, »wie habt Ihr das Bild so gut erfunden und ausgeführt. Ich
glaube Euch jetzt zu kennen ganz und gar und bewundere Euch aus tiefstem Grunde
meiner Seele.«
    »Ich weiß nicht, mein Herr, wie ein armer büssender Mönch Eure Bewunderung zu
erregen vermochte!«
    »Vortrefflich, Ehrwürdigster! - Ihr fallt zurück in Eure Rolle! - Ihr seid
des Papstes Liebling?«
    »Dem hochheiligen Stattalter des Herrn hat es gefallen, mich seines Blicks
zu würdigen. - Ich habe ihn verehrt im Staube, wie es der Würde, die ihm die
ewige Macht verlieh, als sie himmlisch reine Tugend bewährt fand in seinem
Innern, geziemt.«
    »Nun, du ganz würdiger Vasall an dem Thron des dreifach Gekrönten, du wirst
tapfer tun, was deines Amtes ist! - Aber glaube mir, der jetzige Stattalter des
Herrn ist ein Kleinod der Tugend gegen Alexander den Sechsten, und da magst du
dich vielleicht doch verrechnet haben! - Doch - spiele
