 la reine de Golconde hätte ich in den Fluss geworfen, wo er am
tiefsten ist, hätte ich nur wenigstens durch Transito-Handel ein Quentlein
Sonnenstäubchen von dorther bekommen können, um die Perücken höchst gebildeter
Professoren und Schulkollegen zu pudern, zuvörderst aber meine eigne! - Was sage
ich? hätte mein Damon Ihnen, ehrwürdigster aller ehrwürdigen Mönche, statt des
flohfarbnen Fracks einen Sonnenmatin umhängen können, in dem die reichen,
übermütigen Bürger der Gottesstadt zu Stuhle gehen, wahrhaftig, es wäre, was
Anstand und Würde betrifft, alles anders gekommen: aber so hielt Sie die Welt
für einen gemeinen glebae adscriptus und den Teufel für Ihren Cousin germain« -
Schönfeld war aufgestanden und ging oder hüpfte vielmehr, stark gestikulierend
und tolle Gesichter schneidend, von einer Ecke des Zimmers zur andern. Er war im
vollen Zuge, wie gewöhnlich sich in der Narrheit durch die Narrheit zu
entzünden, ich fasste ihn daher bei beiden Händen und sprach: »Willst du dich
denn durchaus statt meiner hier einbürgern? Ist es dir denn nicht möglich, nach
einer Minute verständigen Ernstes das Possenhafte zu lassen?« Er lächelte auf
seltsame Weise und sagte: »Ist wirklich alles so albern, was ich spreche, wenn
mir der Geist kommt?« »Das ist ja eben das Unglück,« erwiderte ich, »dass deinen
Fratzen oft tiefer Sinn zum Grunde liegt, aber du vertrödelst und verbrämst
alles mit solch buntem Zeuge, dass ein guter, in echter Farbe gehaltener Gedanke
lächerlich und unscheinbar wird, wie ein mit scheckigen Fetzen behängtes Kleid.
- Du kannst wie ein Betrunkener nicht auf gerader Schnur gehen, du springst
hinüber und herüber - deine Richtung ist schief!« - »Was ist Richtung«,
unterbrach mich Schönfeld leise und fortlächelnd mit bittersüsser Miene. »Was ist
Richtung, ehrwürdiger Kapuziner? Richtung setzt ein Ziel voraus, nach dem wir
unsere Richtung nehmen. Sind Sie Ihres Zieles gewiss, teurer Mönch? - fürchten
Sie nicht, dass Sie bisweilen zu wenig Katzenhirn zu sich genommen, statt dessen
aber im Wirtshause neben der gezogenen Schnur zu viel Spirituöses genossen und
nun wie ein schwindliger Turmdecker zwei Ziele sehen, ohne zu wissen, welches
das rechte? - Überdem, Kapuziner, vergib es meinem Stande, dass ich das
Possenhafte als eine angenehme Beimischung, spanischen Pfeffer zum Blumenkohl,
in mir trage. Ohne das ist ein Haarkünstler eine erbärmliche Figur, ein
armseliger Dummkopf, der das Privilegium in der Tasche trägt, ohne es zu nutzen
zu seiner Lust und Freude.« Der Geistliche hatte bald mich, bald den
grimassierenden Schönfeld mit Aufmerksamkeit betrachtet; er verstand, da wir
deutsch sprachen, kein Wort; jetzt unterbrach er unser Gespräch. »Verzeihet,
meine Herren, wenn es
