
werde ich diese besorglichen Menschen zurückbringen! Unbegreiflich ist es mir,
wie sie, bei ihrer Bildung, sich von so ganz rohen Urteilen hinreißen lassen.
Sie, die mich liebten, die noch vor Kurzem, da sie mich in euerer Mitte sahen,
Schätze für etwas, das meinen gedrückten Geist hätte erheben können, geboten
haben würden, sie verbittern jetzt meine Freude.
    Heute wollte sie mir sitzen; glücklicher Weise wurde sie abgehalten. Wer
wüsste, was sonst aus mir, aus dem Bilde geworden wäre.
Ich sah sie gestern auf der Bühne. O du! Inbegriff von tausendfältigem Leben!
von Seligkeit! bist du es; die sie lästern? - Morgen, Morgen! Wird meine Hand
nicht zittern?
Mag Alles wahr sein, was ihr vermutet und fürchtet; mich kümmert das nicht
mehr. Diese göttlichste Form, die mein Auge je sah, war bestimmt, einen
göttlichen Geist zu umschließen. Kann dieser Geist nun irren, geirrt haben, war
es möglich, dass er sich selbst verkannte, eben weil andere ihn verkannten? - Das
nun ist gerade eure Sache zu beweisen. Und, wie gesagt, mich kümmert das nicht
mehr.
    Kommt und seht. Meint ihr, ihr hättet schon gesehen? - Ich sage euch, ihr
irrt. Und stört mich nur nicht in meiner Seligkeit! Was hattet ihr? Was botet
ihr, mich zu retten, da ich trostlos meine Bücher anstarrte? sie die mein Herz
mit immer giftigern Zweifeln erfüllten. Ihr betrachtet mich, wie einen Kranken,
träumt von Gefahr und von Tod. Seid ruhig! Jetzt, gerade jetzt fühle ich die
ganze Kraft, die volle Lebendigkeit meines Geistes. Naht mir der Tod, den ihr
fürchtet, ich erkenne ihn, rette mich, bin genesen schneller, als ihr glaubt.
Nicht als Psyche, als Hebe will ich sie malen. Sie ist die ewige Jugend. In
dieses Auge voll Leben und Seligkeit darf nichts Schmachtendes kommen. Ich
vertraute das einem lieben, herzlichen Jungen, der mich versteht, und wie ich
der Kunst leidenschaftlich ergeben ist. Er wandte mir ein, ihr Körper sei, wenn
gleich entfernt von üppiger Fülle, dennoch zu vollendet und es fehle ihrem
Gesichte Hebens characteristischer Zug. Fehlen! Haben kann sie etwas, was Hebe
nicht hat; fehlen kann ihr nichts.
    Wir stritten lange darüber. Endlich meinte er, wenn das Gemälde fertig sei,
werden wir sehen.
    Die Menschen haben alle etwas gegen sie, können es nicht leiden, dass ich so
mit ganzer Seele an ihr hänge. Am Ende ist es der bloße Neid - freilich bei
diesem herrlichen Jungen wohl nicht - denn ihr Auge ruht mit Wohlgefallen auf
mir.
Es quält mich, dass irgend
