 gefallen, war unergründlich. Was keinem anderen möglich, gelang dem
Freunde, der Prinz brachte ihn an einem heiteren Morgen freudig unserem Grafen
zurück; wie er ihn erhalten, bleibt ein Geheimnis.
    Alle Liebe, die der Graf mit diesem Ringe der Verstorbenen geschenkt hatte,
wandte er nun zu dem ewigen göttlichen Vorbilde aller Leidenden, den dieser Ring
in dem Kreise der Apostel darstellte, auch fühlte er sich durch den Anblick
desselben wieder erfrischt, das Leben zu ertragen und es in allen seinen übrigen
Wirkungskreisen zu vollenden, er fühlte sich gestärkt, bei dem Rufe seines
bedrängten Vaterlandes, sich von dem Grabe seiner Dolores loszureißen, den
Deutschen mit Rat und Tat, in Treue und Wahrheit bis an sein Lebensende zu
dienen; ihm folgten seine Söhne mit jugendlicher Kraft.
 
                                    Fußnoten
1 Hölderlin siehe Tröst-Einsamkeit S. 73.
2 Dieselbe Geschichte in Briefen ist erschienen Göttingen 1802; in diesem
erzählenden Auszuge habe ich erhalten, was noch belehrend schien.
3 Die ganze Trauungsrede ist zu finden in dem braven Buche von Sailer: An
Heggelins Freunde, München, Lentner, 1803.
4 Viele einzelne Äußerungen dieser Briefe finden sich in einer schönen alten
Sammlung christlicher Ermahnungen, die ich in einem Pergamentkodex besitze.
5 Vgl. Anhang zum ersten Bande des »Wunderhorns«, S. 438.
6 Chymische Hochzeit Christiani Rosenkranz, Strassburg 1616.
7 Für Unkundige wird bemerkt, dass echte Diamanten vor dem Brennspiegel
verbrennen, Quarze dagegen bestehen.
 
    
