 in andre Zeiten verlor, und nun plötzlich zu ihr, wie zu der alten
Heimat, zurückkehrt, in der zwar wenig von der verlassenen Herrlichkeit zu
finden ist, die indes zu uns gehört, und der Leib unsrer Zeiten ist. - Nun,
dieser Leib, sagte der Gelehrte, sieht freilich ziemlich zerbrechlich aus; ich
wollte das dürre Gerippe zerfiele, und der jugendliche, lebendige Gott schritte
wieder wie ein starker und gläubiger Held durch die neuen Zeiten. Das wird er,
das wird er, riefen die jungen Krieger! Ja das wird er, sagte der Graf, glauben
sie nur, das Alte wird wieder neu, freilich anders, aber was jetzt hier glüht,
ist doch auch schön und Gott wohlgefällig. Es regt sich in der Asche, fuhr der
Gelehrte fort, vieles kann wieder kommen, was man oft töricht verloren gibt;
ob jetzt? das weiß Gott! Allein gewiss ist es, der Phönix hebt die Schwingen,
durch einen kühnen Flug kann er sich frei machen! Es ist Schade, fiel Stephano
ein, dass der Herzog nicht mitgeht! Warum? unterbrach ihn Rodrich schnell, das
Volk liebt ihn nicht, das Heer kennt ihn kaum, was soll er nützen? Nun,
erwiderte der Graf, sein Name deutet darauf, in solcher Zeit ziehen sich alle
Bande fester, das Vertrauen wächst mit der Gefahr, und: Herren Auge, Gottes
Auge! Sonst war es so, erwiderte der Gelehrte, und mich dünkt, der gibt sein
Land verloren, der die Armee verlassen kann. Wirklich? sagte Rodrich lächelnd.
Der Kardinal, habe ich gehört, hat den Bruder auch heldenmütig zum Aufbruche
ermuntert, und sich edel genug zur Verwaltung des Reiches erboten. Wer weiß,
erwiderte Stephano beleidigt, stände es dann nicht gut. Sein fester Blick würde
die Frechen und Kindischgesinnten zügeln, die des Herzogs Gleichgültigkeit
unbeachtet lässt. - Es sind große Opfer für den Glanz dieses Hauses gefallen,
sagte der Graf, dem Kardinal ist nichts zu wert, was er dieser Idee nicht gern
unterwürfe. Gewiss ist es, er bleibt den Winter über hier. Ohne Absicht geschieht
das nicht. Nun Gott möge alles nach seinem Willen lenken! Der Herzog kann nicht
mitgehen, die Stände wollen es nicht, und er darf hoffen, dass er auch unsichtbar
bei jedem unter uns ist.
    Seraphine hatte unterdes mit Florio geredet, und konnte nicht genugsam ihr
Gefallen über ihn ausdrücken. Nein, sagte sie zu Rodrich, es ist etwas so
Eigentümliches, Fremdes, ja Veraltetes in ihm, dass ich bald ein Kind, bald
einen Heiligen zu hören glaube, so unschuldig und doch so besonnen, so klar und
tief sieht er die Welt an. Ich möchte
