, Bäume, Äcker,
Menschen. Überladung des Gedächtnisses kann also nichts heißen als versäumte
Kultur anderer Kräfte.«
    Glanz äußerte, man könne bei den Endabsichten leicht sich Voltairens Spotte
aussetzen, dass die Nase für die Brille geschaffen sei.
    Klotar versetzte: »Und das ist die Nase auch: sobald alle Kräfte einer Welt
berechnet wurden, musste auch die Kraft in Anschlag kommen, Gläser zu schleifen.«
    Glanz äußerte: er sei ja dafür und finde in allen seinen gedruckten Reden in
der künstlichen Weltordnung einen unendlichen Verstand.
    Klotar fragte: »Was soll gedachter Verstand dabei sein?«
    Glanz äußerte: »Die Ursache.«
    Jener entgegnete: »Jede künstliche Ordnung, z.B. im Körperbau, erklären Sie
doch jetzt aus blinden Kräften, nicht aus einer fremden Schöpfung, diese Kräfte
wieder aus blinden, und wo wollen Sie denn in der durchaus mechanischen
Endlichkeit mit dem Blitze der Geistigkeit einschlagen?« -
    Glanz äußerte spät darauf, eine hübsche, eingeschränkte Monarchie wie in
England sei wohl am besten für jeden.
    Klotar versetzte: »Nur nicht für die Freiheit. Warum hatten nur meine
Voreltern die Freiheit, sich Gesetze zu wählen, und ich nicht? Wohin ich fliehe,
find' ich schon Gesetze. Das Ideal eines Staats wäre, dass die kleinsten
Föderativstaaten, die sich immer freie Gesetze gäben, sich in Föderativ-Dörfer -
dann in Föderativ-Häuser - und zuletzt in Föderativ-Individuen zerfälleten, die
in jeder Minute sich ein neues Gesetzbuch geben könnten.«
    Glanz äußerte, durch kleinere Staaten würden freilich eher die Kriege
aufhören.
    Klotar versetzte: »Gerade umgekehrt. An mehreren Orten zugleich und
häufiger in der Zeit entständen sie. Soll auf der ganzen Erde der Krieg
aufhören: so muss sie in zwei ungeheure Staaten sich geteilt haben; davon muss der
eine den andern verschlingen, und dann bleibt im einzigen Staate auf der Kugel
Friede, und die Vaterlandsliebe ist Menschenliebe geworden.«
    Glanz glaubte beim Dessert wenigstens soviel äußern zu dürfen, dass es gut
sei, dass die Aufklärung den Hexenglauben vertrieben.
    Klotar entgegnete: »Noch nicht einmal untersucht hat sie ihn.« Glanz
schüttelte leicht. »Ich weiß nicht«, fuhr jener fort, »welche von zwei Meinungen
Sie haben, aber da Sie nur eine von beiden hegen können - entweder die, dass
alles Trug des Zeitalters, oder die, dass etwas Wunderbares bei der Sache ist: so
müssen Sie in beiden Fällen irren.«
    Glanz schüttelte sehr, äußerte aber, er sei wie jeder Vernünftige der ersten
Meinung.
    Klotar versetzte: »Die Wundergeschichte der Hexen ist ebenso historisch
bewiesen als die der griechischen Orakel im Herodot; und diese ists gerade so
sehr als überhaupt alle Geschichte
