 Welt; und verlasse Dich, weil Du es wert bist,
allein zu stehen.« - Dieses, und noch manches andere fällt mir ein, so oft ich
den Hügel ersteige, und ich liebe diese Erinnerungen. - O! ich begreife wohl
Deine Absicht, Teurer! Du sahst meine Anhänglichkeit an Dich, meine feurige
Bewunderung Deiner seltenen Eigenschaften, und Du fürchtetest, meine
Eigentümlichkeit könnte bei diesen Empfindungen leiden, das Lebendige, Wahre in
mir könnte zu einer künstlichen, nachgeahmten Tugend herabsinken, die immer
unfruchtbar bleibt, so vortrefflich auch ihr Vorbild sein mag. Deshalb hättest
Du mich verlassen, auch wenn keine andre Geschäfte Deine Gegenwart verlangt
hätten. Aber Dein Bild wird nie aus meinen Gedanken weichen, und in den Stunden
des Unmuts, wie in Stunden der Weihe, wird es, wie ein freundlicher Genius,
tröstend oder teilnehmend vor meiner Seele schweben. Ja, Du hast mich der Welt
gegeben, ein heitres gutgebildetes Wesen, stehe ich vor ihr, und blicke mit Lust
in die weite, lebensvolle Sphäre hin, wo auch ich mit wirken soll und will.
Eindrücke aller Art strömen mit Macht an mein Herz, und ich brenne vor
Verlangen, dem Ganzen, durch Wort und Tat, das wieder zu geben, was es so
wohltuend in mir erweckte. Ich kann Dir nicht beschreiben, Barton, wie sehr
mich ein frohes Selbstgefühl zuweilen emporhebt, und glücklich macht. So war ich
am gestrigen Abend in einer Gesellschaft junger Männer, die sich versammelt
hatten, um fröhlich zu sein. Wir hatten Musik, tranken, und die herrschende Idee
eines Jeden mahlte sich bald lebendiger und stärker im freien Gespräch. Barton!
hier fühlte ich recht meinen Wert; ich fühlte mich voll Kraft, reich an
Erfindung eine ganze Welt zu beglücken, stark an Entschließung, trotz allen
Verhältnissen, der Natur getreu zu leben. Ich sah um mich her - die meisten
schienen mir kraftlos, künstlich, verstimmt - nicht Einer, der sich zu meinen
Gefühlen hätte emporheben können. Mitleid und Stolz bestürmten mich
wechselsweise so sehr, dass ich es nicht aushalten konnte. Hinaus in die
freundliche Abendwelt lief ich, und an den einsamen Ufern des Stroms, wo nur die
Abendwinde mit geistigen Stimmen mich umsäuselten, fand ich mich inniger,
glücklicher wieder. Ich sank auf die Kniee und küsste die Blumen und die Erde, im
Gefühl einer namenlosen Liebe. - O! was sind alle Genüsse der Sinne gegen das
Entzücken eines solchen Augenblicks! - ein dumpfes, unterbrochenes Geräusch
störte meine Begeisterung. Es kam aus dem Wasser, und ich entdeckte bald durch
die Gesträuche etwas Lebendiges in dem Strom. Ein Knabe war es, der noch spät am
Ufer geangelt hatte, und unvorsichtig in die
