.
Hier sei die listige Fallgrube des menschlichen Verstandes, den die Natur
überall als ihren größten Feind zu vernichten suche. Heil der kindlichen
Unwissenheit und Schuldlosigkeit der Menschen, welche sie die entsetzlichen
Gefahren nicht gewahr werden ließe, die überall wie furchtbare Wetterwolken um
ihre friedlichen Wohnsitze herlägen, und jeden Augenblick über sie
hereinzubrechen bereit wären. Nur innere Uneinigkeit der Naturkräfte habe die
Menschen bis jetzo erhalten, indes könne jener große Zeitpunkt nicht ausbleiben,
wo sich die sämtlichen Menschen durch einen großen gemeinschaftlichen Entschluss
aus dieser peinlichen Lage, aus diesem furchtbaren Gefängnisse reißen und durch
eine freiwillige Entsagung ihrer hiesigen Besitztümer auf ewig ihr Geschlecht
aus diesem Jammer erlösen, und in eine glücklichere Welt, zu ihrem alten Vater
retten würden. So endeten sie doch ihrer würdig, und kämen ihrer notwendigen,
gewaltsamen Vertilgung, oder einer noch entsetzlicheren Ausartung in Tiere,
durch stufenweise Zerstörung der Denkorgane, durch Wahnsinn, zuvor. Umgang mit
Naturkräften, mit Tieren, Pflanzen, Felsen, Stürmen und Wogen müsse notwendig
die Menschen diesen Gegenständen verähnlichen, und diese Verähnlichung,
Verwandlung und Auflösung des Göttlichen und Menschlichen in unbändige Kräfte
sei der Geist der Natur, dieser fürchterlich verschlingenden Macht: und sei
nicht alles, was man sehe, schon ein Raub des Himmels, eine große Ruine
ehemaliger Herrlichkeiten, Überbleibsel eines schrecklichen Mahls?
    Wohl, sagen Mutigere, lasst unser Geschlecht einen langsamen,
wohldurchdachten Zerstörungskrieg mit dieser Natur führen. Mit schleichenden
Giften müssen wir ihr beizukommen suchen. Der Naturforscher sei ein edler Held,
der sich in den geöffneten Abgrund stürze, um seine Mitbürger zu erretten. Die
Künstler haben ihr schon manchen geheimen Streich beigebracht, fahrt nur so
fort, bemächtigt euch der heimlichen Fäden, und macht sie lüstern nach sich
selbst. Benutzt jene Zwiste, um sie, wie jenen feuerspeienden Stier, nach eurer
Willkür lenken zu können. Euch untertänig muss sie werden. Geduld und Glauben
ziemt den Menschenkindern. Entfernte Brüder sind zu Einem Zweck mit uns vereint,
das Sternenrad wird das Spinnrad unsers Lebens werden, und dann können wir durch
unsere Sklaven ein neues Dschinnistan uns bauen. Mit innerem Triumph lasst uns
ihren Verwüstungen, ihren Tumulten zu sehen, sie soll an uns sich selbst
verkaufen, und jede Gewalttat soll ihr zur schweren Busse werden. In den
begeisternden Gefühlen unsrer Freiheit lasst uns leben und sterben, hier quillt
der Strom, der sie einst überschwemmen und zähmen wird, und in ihm lasst uns
baden und mit neuem Mut zu Heldentaten uns erfrischen. Bis hieher reicht die
Wut des Ungeheuers nicht, ein Tropfen Freiheit ist genug, sie auf immer zu
lähmen und ihren Verheerungen Maß und Ziel zu setzen.
    Sie haben recht, sprechen Mehrere; hier oder nirgends liegt der Talisman. Am
Quell der Freiheit sitzen wir und
