
Kind luftiger Verschmelzungen, kann seinen wollüstigen Ursprung nicht verleugnen
und zeigt sich, als Element der Liebe und der Mischung mit himmlischer Allgewalt
auf Erden. Nicht unwahr haben alte Weisen im Wasser den Ursprung der Dinge
gesucht, und wahrlich sie haben von einem höheren Wasser, als dem Meer- und
Quellwasser gesprochen. In jenem offenbaret sich nur das Urflüssige, wie es im
flüssigen Metall zum Vorschein kommt, und darum mögen die Menschen es immer auch
nur göttlich verehren. Wie wenige haben sich noch in die Geheimnisse des
Flüssigen vertieft und manchem ist diese Ahndung des höchsten Genusses und
Lebens wohl nie in der trunkenen Seele aufgegangen. Im Durste offenbaret sich
diese Weltseele, diese gewaltige Sehnsucht nach dem Zerfliessen. Die Berauschten
fühlen nur zu gut diese überirdische Wonne des Flüssigen, und am Ende sind alle
angenehme Empfindungen in uns mannichfache Zerfliessungen, Regungen jener
Urgewässer in uns. Selbst der Schlaf ist nichts als die Flut jenes unsichtbaren
Weltmeers, und das Erwachen das Eintreten der Ebbe. Wie viele Menschen stehen an
den berauschenden Flüssen und hören nicht das Wiegenlied dieser mütterlichen
Gewässer, und genießen nicht das entzückende Spiel [ihrer] unendlichen Wellen!
Wie diese Wellen, lebten wir in der goldnen Zeit; in buntfarbigen Wolken, diesen
schwimmenden Meeren und Urquellen des Lebendigen auf Erden, liebten und
erzeugten sich die Geschlechter der Menschen in ewigen Spielen, wurden besucht
von den Kindern des Himmels und erst in jener großen Begebenheit, welche heilige
Sagen die Sündflut nennen, ging diese blühende Welt unter; ein feindliches Wesen
schlug die Erde nieder, und einige Menschen blieben geschwemmt auf die Klippen
der neuen Gebirge in der fremden Welt zurück. Wie seltsam, dass gerade die
heiligsten und reitzendsten Erscheinungen der Natur in den Händen so todter
Menschen sind, als die Scheidekünstler zu sein pflegen! sie, die den
schöpferischen Sinn der Natur mit Macht erwecken, nur ein Geheimnis der
Liebenden, Mysterien der höheren Menschheit sein sollten, werden mit
Schaamlosigkeit und sinnlos von rohen Geistern hervorgerufen, die nie wissen
werden, welche Wunder ihre Gläser umschließen. Nur Dichter sollten mit dem
Flüssigen umgehn, und von ihm der glühenden Jugend erzählen dürfen; die
Werkstätten wären Tempel und mit neuer Liebe würden die Menschen ihre Flamme und
ihre Flüsse verehren und sich ihrer rühmen. Wie glücklich würden die Städte sich
wieder dünken, die das Meer oder ein großer Strom bespült, und jede Quelle würde
wieder die Freistätte der Liebe und der Aufenthalt der erfahrnen und
geistreichen Menschen. Darum lockt auch die Kinder nichts mehr als Feuer und
Wasser, und jeder Strom verspricht ihnen, in die bunte Ferne, in schönere
Gegenden sie zu führen. Es ist nicht bloß Wiederschein, dass der Himmel im Wasser
liegt, es ist eine zarte Befreundung, ein Zeichen der Nachbarschaft, und wenn
der
