 innern Weltgeschichte ist die wahre Theorie der Natur; durch
den Zusammenhang seiner Gedankenwelt in sich, und ihre Harmonie mit dem
Universum, bildet sich von selbst ein Gedankensystem zur getreuen Abbildung und
Formel des Universums. Aber die Kunst des ruhigen Beschauens, der der
schöpferischen Weltbetrachtung ist schwer, unaufhörliches ernstes Nachdenken und
strenge Nüchternheit fordert die Ausführung, und die Belohnung wird kein Beifall
der mühescheuenden Zeitgenossen, sondern nur eine Freude des Wissens und
[Machens], eine innigere Berührung des Universums sein.
    Ja, sagte der Zweite, nichts ist so bemerkenswert, als das große Zugleich
in der Natur. Überall scheint die Natur ganz gegenwärtig. In der Flamme eines
Lichts sind alle Naturkräfte tätig, und so repräsentirt und verwandelt sie sich
überall und unaufhörlich, treibt Blätter, Blüten und Früchte zusammen, und ist
mitten in der Zeit gegenwärtig, vergangen und zukünftig zugleich; und wer weiß,
in welche eigne Art von Ferne sie ebenfalls wirkt und ob nicht dieses
Natursystem nur eine Sonne ist im Universo, die durch Bande an dasselbe geknüpft
ist, durch ein Licht und einen Zug und Einflüsse, die zunächst in unserm Geiste
sich deutlicher vernehmen lassen, und aus ihm heraus den Geist des Universums
über diese Natur ausgiessen, und den Geist dieser Natur an andere Natursysteme
verteilen.
    Wenn der Denker, sprach der Dritte, mit Recht als Künstler den tätigen Weg
betritt, und durch eine geschickte Anwendung seiner geistigen Bewegungen das
Weltall auf eine einfache, rätselhaft scheinende Figur zu reduciren sucht, ja
man möchte sagen die Natur tanzt, und mit Worten die Linien der Bewegungen
nachschreibt, so muss der Liebhaber der Natur dieses kühne Unternehmen bewundern,
und sich auch über das Gedeihen dieser menschlichen Anlage freuen. Billig stellt
der Künstler die Tätigkeit oben an, denn sein Wesen ist Tun und Hervorbringen
mit Wissen und Willen, und seine Kunst ist, sein Werkzeug zu allem gebrauchen,
die Welt auf seine Art nachbilden zu können, und darum wird das Prinzip seiner
Welt Tätigkeit, und seine Welt seine Kunst. Auch hier wird die Natur in neuer
Herrlichkeit sichtbar, und nur der gedankenlose Mensch wirft die unleserlichen,
wunderlich gemischten Worte mit Verachtung weg. Dankbar legt der Priester diese
neue, erhabene Messkunst auf den Altar zu der magnetischen Nadel, die sich nie
verirrt, und zahllose Schiffe auf dem pfadlosen Ozean zu bewohnten Küsten und
den Häfen des Vaterlandes zurück führte. Außer dem Denker gibt es aber noch
andre Freunde des Wissens, die dem Hervorbringen durch Denken nicht vorzüglich
zugetan, und also ohne Beruf zu dieser Kunst, lieber Schüler der Natur werden,
ihre Freude im Lernen, nicht im Lehren, im Erfahren, nicht im Machen, im
Empfangen, nicht im Geben finden. Einige sind geschäftig und nehmen im Vertrauen
auf die Allgegenwart und
