 Hände auf uns und segnete uns als Braut und Bräutigam ein, und wenige
Wochen darauf führte ich sie als meine Frau auf meine Kammer. Denselben Tag hieb
ich in der Frühschicht noch als Lehrhäuer, eben wie die Sonne oben aufging, eine
reiche Ader an. Der Herzog schickte mir eine goldene Kette mit seinem Bildnis
auf einer großen Münze, und versprach mir den Dienst meines Schwiegervaters. Wie
glücklich war ich, als ich sie am Hochzeittage meiner Braut um den Hals hängen
konnte, und Aller Augen auf sie gerichtet waren. Unser alte[r] Vater erlebte
noch einige muntere Enkel, und die Anbrüche seines Herbstes waren reicher, als er
gedacht hatte. Er konnte mit Freudigkeit seine Schicht beschließen, und aus der
dunkeln Grube dieser Welt fahren, um in Frieden auszuruhen, und den großen
Lohntag zu erwarten. Herr, sagte der Alte, indem er sich zu Heinrichen wandte,
und einige Tränen aus den Augen trocknete, der Bergbau muss von Gott gesegnet
werden! denn es gibt keine Kunst, die ihre Teilhaber glücklicher und edler
machte, die mehr den Glauben an eine himmlische Weisheit und Fügung erweckte,
und die Unschuld und Kindlichkeit des Herzens reiner erhielte, als der Bergbau.
Arm wird der Bergmann geboren, und arm geht er wieder dahin. Er begnügt sich zu
wissen, wo die metallischen Mächte gefunden werden, und sie zu Tage zu fördern;
aber ihr blendender Glanz vermag nichts über sein lautres Herz. Unentzündet von
gefährlichem Wahnsinn, freut er sich mehr über ihre wunderlichen Bildungen, und
die Seltsamkeiten ihrer Herkunft und ihrer Wohnungen, als über ihren alles
verheissenden Besitz. Sie haben für ihn keinen Reiz mehr, wenn sie Waren
geworden sind, und er sucht sie lieber unter tausend Gefahren und Mühseligkeiten
in den Vesten der Erde, als dass er ihrem Rufe in die Welt folgen, und auf der
Oberfläche des Bodens durch täuschende, hinterlistige Künste nach ihnen trachten
sollte. Jene Mühseeligkeiten erhalten sein Herz frisch und seinen Sinn wacker;
er genießt seinen kärglichen Lohn mit inniglichem Danke, und steigt jeden Tag
mit verjüngter Lebensfreude aus den dunkeln Grüften seines Berufs. Nur Er kennt
die Reize des Lichts und der Ruhe, die Wohltätigkeit der freien Luft und
Aussicht um sich her; nur ihm schmeckt Trank und Speise recht erquicklich und
andächtig, wie der Leib des Herrn; und mit welchem liebevollen und empfänglichen
Gemüt tritt er nicht unter seines Gleichen, oder herzt seine Frau und Kinder,
und ergötzt sich dankbar an der schönen Gabe des traulichen Gesprächs!
    Sein einsames Geschäft sondert ihn vom Tage und dem Umgange mit Menschen
einen großen Teil seines Lebens ab. Er gewöhnt sich nicht zu einer stumpfen
Gleichgültigkeit gegen diese überirdischen tiefsinnigen Dinge und behält die
kindliche Stimmung, in der ihm alles mit seinem eigentümlichsten Geiste
