 Zeit ist um.
Dieses Gedicht war vielleicht wiederum ein Prolog zu einem zweiten Kapitel.
Jetzt sollte sich eine ganz neue Periode des Werkes eröffnen, aus dem stillsten
Tode sollte sich das höchste Leben hervortun; er hat unter Toten gelebt und
selbst mit ihnen gesprochen, das Buch sollte fast dramatisch werden, und der
epische Ton gleichsam nur die einzelnen Szenen verknüpfen und leicht erklären.
Heinrich befindet sich plötzlich in dem unruhigen Italien, das von Kriegen
zerrüttet wird, er sieht sich als Feldherr an der Spitze eines Heeres. Alle
Elemente des Krieges spielen in poetischen Farben; er überfällt mit einem
flüchtigen Haufen eine feindliche Stadt, hier erscheint als Episode die Liebe
eines vornehmen Pisaners zu einem Florentinischen Mädchen. Kriegslieder. »Ein
großer Krieg, wie ein Zweikampf, durchaus edel, philosophisch, human. Geist der
alten Chevalerie. Ritterspiel. Geist der bacchischen Wehmut. - Die Menschen
müssen sich selbst untereinander töten, das ist edler als durch das Schicksal
fallen. Sie suchen den Tod. - Ehre, Ruhm ist des Kriegers Lust und Leben. Im
Tode und als Schatten lebt der Krieger. Todeslust ist Kriegergeist. - Auf Erden
ist der Krieg zu Hause. Krieg muss auf Erden sein.« - In Pisa findet Heinrich den
Sohn des Kaisers Friedrich des Zweiten, der sein vertrauter Freund wird. Auch
nach Loretto kommt er. Mehrere Lieder sollten hier folgen.
    Von einem Sturm wird der Dichter nach Griechenland verschlagen. Die alte
Welt mit ihren Helden und Kunstschätzen erfüllt sein Gemüt. Er spricht mit
einem Griechen über die Moral. Alles wird ihm aus jener Zeit gegenwärtig, er
lernt die alten Bilder und die alte Geschichte verstehen. Gespräche über die
griechischen Staatsverfassungen; über Mythologie.
    Nachdem Heinrich die Heldenzeit und das Altertum hat verstehen lernen,
kommt er nach dem Morgenlande, nach welchem sich von Kindheit auf seine
Sehnsucht gerichtet hatte. Er besucht Jerusalem; er lernt orientalische Gedichte
kennen. Seltsame Begebenheiten mit den Ungläubigen halten ihn in einsamen
Gegenden zurück, er findet die Familie des morgenländischen Mädchens; (s. den
I.T.); die dortige Lebensweise einiger nomadischen Stämme. Persische Märchen.
Erinnerungen aus der ältesten Welt. Immer sollte das Buch unter den
verschiedensten Begebenheiten denselben Farben-Charakter behalten, und an die
blaue Blume erinnern: durchaus sollten zugleich die entferntesten und
verschiedenartigsten Sagen verknüpft werden, Griechische, orientalische,
biblische und christliche, mit Erinnerungen und Andeutungen der Indischen wie
der nordischen Mythologie. Die Kreuzzüge. Das Seeleben. Heinrich geht nach Rom.
Die Zeit der Römischen Geschichte.
    Mit Erfahrungen gesättigt kehrt Heinrich nach Deutschland zurück. Er findet
seinen Großvater, einen tiefsinnigen Charakter, Klingsohr ist in seiner
Gesellschaft. Abendgespräche mit den beiden.
    Heinrich begibt sich an den Hof Friedrichs
