 weil
sie alles sind, ohne irgend etwas zu haben, und sollten nur sich selbst umarmen
lernen. Viele sitzen noch mit zu Tische, auch wohl welche, die den Spargel
verkehrt essen, oder witzige Devisen zum Munde führen, und so alle Arten. Doch
unten am Tische, wer hat die stillen Kinder vergessen, die Lieblinge des Wirtes,
die ruhig harren, und mit dem Vorwurfe des Unrechts das Mahl nicht stören
wollen, und seine Freude? Man gebe ihnen den wohlschmeckenden Kuchen, und den
süßen freundlichen Wein des Nachtisches, dass sie fröhlich von dannen gehen. Die
Gäste verlassen den Tisch, sie gehen nach Hause, oder werden nach Hause geführt,
so wie jeglicher getrunken hat. Wenige und auch Sie, freundlicher Greis, stehen
am Ausgange, sie haben das Ihrige nicht genossen, und teilen es fröhlich dem
Übermässigen und Unmässigen mit, dass jener nicht hungernd von dannen gehe, und
dieser nicht leer. - O! Ihre Freuden, Werdo, haben Sie sich selbst gepflanzt,
wie die Reben um Ihre Hütte. Sie haben sie auf einen Boden gepflanzt, den Sie
selbst erst urbar machten, Sie haben sie erzogen. Dankbar werden sie sich um
Ihre wankenden Kniee schmiegen, Sie werden Ihre zitternden Schritte nicht mehr
fühlen, wenn Sie durch diesen Frühling wandeln. Grüne blühende Lorbeern
schlingen sich durch die silbernen Locken des größten Helden des Friedens, sanft
umschatten sie Ihren nackten Scheitel, und leise sinkt dann die Abendsonne Ihres
Lebens in das stille ruhige Meer befriedigter Hoffnung hinab.
    Doch wieder auf Ihren Gast zu kommen: wie gefällt er Ihnen, hat er Sie nicht
erheitert? Sprechen Sie mit ihm über mich; doch nicht eher, als Sie merken, dass
sein Umgang mit Tilien bedeutender wird, denn ich bin versichert, dass er sie
schon liebt, oder doch lieben wird. Sie werden ihn dann sehr überraschen, und
gewiss eine Seite ganz an ihm kennen lernen. Es ist schwer, diesen jungen
Menschen ganz zu beurteilen, denn sein ganzes Wesen wird durch Eindrücke
beherrscht, und der, welcher vor ihm steht, muss nur zu oft falsch über ihn
denken, wenn er ihn und nicht sich zu sehen glaubt. Nur das reinste und
einfachste Wesen, nur ein Weib ohne Träne und ohne Flitter wird ihn begreifen,
und lieben. Er ist der Spiegel der trübbarsten und beweglichsten Flut, und
nichts als ein Spiegel. Wie die Welt vor ihm liegt, so sieht sie ihm aus den
Augen, das grüne Blatt, das auf ihm schwimmt, ruht auf seinem eigenen Abbilde,
und der unendlich hohe Himmel, der auf ihn herniederblickt, sinkt seinem Bilde
entgegen, das aus seiner Tiefe heraufschwebt. Stehen Sie ruhig vor ihm, und Sie
werden sich
