 dass mein
Buch diesen Zeilen, wie ich dir, gegenüberstehe. -
Was habe ich dir endlich zu sagen, mit dem stillen heitern Sinne, und warum
stehst du hier? Ich bedarf das unbefangenste Urteil, und das ist das deinige,
denn du bist unbefangen, duldend und gerecht. Wenn ich es recht betrachte, so
müsstest du eigentlich im Buche selbst stehen, oder in mir, damit das Buch oder
ich dir nur einen Augenblick gefallen könne, denn beiden fehlt stiller heiterer
Sinn, Duldung, Gerechtigkeit und Fröhlichkeit. Glaube nicht, ich wolle den
Lesern verraten, wer du bist, damit sie dich anhören und ansehen können, um
ihnen zu ersetzen, was mein Buch vermisst, denn wenige werden vermissen, was
darin fehlt, und diese wenigen sind die Vorzüglichern, denen du so ähnlich bist,
und denen ich hier vor dir als einem Repräsentanten des ruhigen, gesunden
Verstandes und der Lesefähigkeit in der Vorrede ein Selbstbekenntnis ablege.
Fahre fort, mit mir freundlich zu sein, damit ich lerne, das Tiefste auf die
Oberfläche zu führen, und mich bestrebe, einstens wie die Natur selbst das dem
Menschen zum frohen erlaubten Genuße hinzugeben, wovor das Vorurteil, wie man
sagt, zurückbebt. Aber man sagt nur so, der Inhalt der ganzen Welt ist immer der
schönste, heiligste, oder freudigste, nur der Vortrag, die Unbeholfenheit des
Vortrags, ist verboten.
 
                                    Vorrede
Dies Buch hat keine Tendenz, ist nicht ganz gehalten, fällt hie und da in eine
falsche Sentimentalität. Ich fühlte es jetzt. Da ich es schrieb, kannte ich alles
das noch nicht, ich wollte damals ein Buch machen, und jetzt erscheint es nur
noch, weil ich mir in ihm die erste Stufe, die freilich sehr niedrig ist, gelegt
habe. Ich vollendete es zu Anfang des Jahres 99, hatte mich damals der Kunst
noch nicht geweiht, und war unschuldig in ihrem Dienste. Ich werde sie an diesem
Buche rächen, oder untergehen. Diese Blätter gebe ich nicht wie ein Opfer hin,
nein, sie sollen die Flamme nähren, in der ich ihr einst mein reines Opfer
bringen will. Du wirst mir darum wohlwollen, lieber Leser, dass ich mich mit
diesem Buche, das nur zu sehr mehr von mir als sich selbst durchdrungen ist,
gleichsam selbst vernichte, um schneller zur Macht der Objektivität zu gelangen,
und von meinem Punkte aus zu tun, was ich vermag. Es ist mir schon jetzt ein
inniger Genuss, alle Mängel, die ich vor zwei Jahren hatte, zu übersehen; sie
alle zu verbessern, dazu müsste ich auf der letzten Höhe stehen, die ewig vor uns
flieht. Doch will ich schneller, kunstreicher und begeisterter immer vorwärts
schreiten,
