 als sie feil, schlecht, sklavisch und zur Hälfte Freigelassene waren,
nämlich unter dem Triumvirat, mutiger stritten als vorher. Für den unbedeutenden
Mordbrenner Katilina stritten und starben die Bürger bis auf den letzten Mann,
und nur Sklaven wurden gefangen.«
    Diese Rede drückte ein heißes Siegel auf Albanos Mund; es schien ordentlich,
als errate ihn der Vater und mache sich die alte Freude, wie ein Schicksal einen
Enthusiasmus zu erkälten und Erwartungen Lügen zu strafen, sogar trübe. Der
beleidigte, sich selber ausbrennende Geist blieb nun fest vor Gaspard und
Bouverot zugedeckt.
    Aber seinem Dian zeigt' er alles am Morgen darauf; er wusste, wie dieser mit
dem Arme eines Künstlers und Jünglings zugleich die Freiheitsfahne trug und
schwang, und darum brach er vor ihm das dunkle Siegel seines bisherigen
Trübsinns auf. Er gestand dem geliebtesten Lehrer den grossgewachsenen Vorsatz,
sobald der unheilige Krieg gegen die gallische Freiheit, der jetzt seine
Pechkränze in allen Straßen der Stadt Gottes aushing, in Flammen schlage, an die
Seite der Freiheit zu treten und früher zu fallen als sie. »Wahrlich, Ihr seid
ein wackerer Mensch« (sagte Dian) - »Hätte ich mir nicht Kind und Kegel
aufgehalset, bei Gott! ich zöge selber mit. Der Alte, wie dergleichen, sieht
viel und hört schlecht. Wittern soll er nichts und seine Bestie von Barigello
auch nicht.« Den Kunstrat Fraischdörfer meint' er, den er mit Künstler-Eigensinn
ewig verabscheuete, weil der Kunstrat schlechter malte und besser kritisierte
als er. »Dian, Euer Wort ist schön gesagt, ja wohl macht das Alter physisch und
moralisch weitsichtig für sich und taub gegen den andern«, sagte Albano. »Hab'
ich gut gesprochen, Albano? Aber wahrlich so ist die Sache«, sagt' er, sehr
erfreut, bei seinem Misstrauen in seine Sprache, über das Lob ihrer Schönheit.
    Nach einiger Zeit sagte der Ritter, gleich als sehe er durch das Siegel
hindurch, einige Worte, die den Jüngling auf allen Seiten griffen: »Es gibt«
(sagt' er) »einige wackere Naturen, die gerade auf der Grenze des Genies und des
Talentes stehen, halb zum tätigen, halb zum idealischen Streben ausgerüstet -
dabei von brennendem Ehrgeize. - Sie fühlen alles Schöne und Große gewaltig und
wollen es aus sich wieder erschaffen, aber es gelingt ihnen nur schwach; sie
haben nicht wie das Genie eine Richtung nach dem Schwerpunkt, sondern stehen
selber im Schwerpunkte, so dass die Richtungen einander aufheben. Bald sind sie
Dichter, bald Maler, bald Musiker; am meisten lieben sie in der Jugend
körperliche Tapferkeit, weil sich hier die Kraft am kürzesten und leichtesten
durch den Arm ausspricht. Daher macht
