 das ich des deinigen wert zu werden
wünsche.
    SIE Rinaldini, und wenn du auch ein noch so furchtbarer Mann wärst, ich will
mich nicht fürchten. Aber bei dir bleiben will ich, und dir getreu dienen. - Ist
es mir doch, als sei ich schon längst um dich herum und mit dir bekannt gewesen.
    ER So ist es mir auch. Daher kommt es, dass du mir gefällst und dass ich so
viel Zutrauen zu dir habe.
    SIE Das ist mir sehr lieb! Je mehr du Zutrauen zu mir hast, desto lieber bin
ich bei dir.
    ER Ich will mich dir ganz entdecken. - So wie du mich hier siehst, bin ich
einem Gefechte mit Toscanischen Truppen entronnen, aus welchem wenige der
Meinigen entkommen sein werden. Ich bin jetzt hier ganz allein und sehne mich
auch nicht zu dem Überreste meiner Gesellschaft zurück. Vielleicht hat mich das
Schicksal zu meinem Glücke von meinen Gesellen getrennt. - Die Toscaner glauben,
ich sei auf der Wahlstatt unter den Toten geblieben. Es ist mir sehr lieb, dass
sie das glauben. Vielleicht sahen sie meinen Gesellen, Severo, der mit
gespaltenem Schädel neben mir niedersank und einige Ähnlichkeit mit mir hat, für
mich an; vielleicht gaben etwa einige der Meinigen, die verwundet gefangen
wurden, mich für tot aus, um mich gegen Nachstellungen zu sichern, oder wie dem
ist. Genug, ich wünsche, ganz Italien glaube, ich sei tot. - Unter diesen Ruinen
will ich einige Tage verweilen, bis die Soldaten wieder entfernt sind, dann
wollen wir suchen, uns gewissen Plätzen zu nähern, wo ich Geld vergraben habe.
Finden wir deren nur drei unbemerkt, so haben wir zu leben, suchen uns irgendwo
einzuschiffen, verlassen Italien und leben mit und beieinander in Ruhe.
    SIE Das ist ein herrlicher Plan.
    ER Nun wohl! so wollen wir suchen, ihn auszuführen.
    So ward das Bündnis geschlossen und mit einem Frühstücke besiegelt.
    Nach demselben führte Rinaldo seine Gesellschafterin ins Innere des
ehemaligen Schlosses und zündete seine beiden erhandelten Kerzen an, das Terrain
zu untersuchen, zu welchem die Treppe unter der bewussten Falltür führte.
    Sie stiegen hinab und kamen in ein geräumiges Gewölbe, das gleichsam der
Vorhof eines weit größeren war, welches sie durchsuchten und ganz leer fanden.
Am Ende desselben kamen sie wieder zu einer Treppe, die aufwärts führte, oben
von einer Falltür bedeckt wurde, die unverriegelt war und sich aufheben ließ.
Sie kamen in einen kleinen mit Gras bewachsenen Vorhof und drängten sich durch
eine schmale Öffnung, die ehemals eine Tür gehabt haben mochte, in ein kleines
Gemach, das verschlossene Fensterladen hatte. Sie näherten sich einer
verriegelten Seitentür, die sie öffneten, als zwei Ottern nahe an
