 von den Blüten der Liebe, sie hütet
sich wohl die losen Kränze zu zerreißen, sie gibt sich gern gefangen und weiht
sich selbst der Fantasie und lässt sich gern beherrschen von dem Kinde, das alle
Muttersorgen durch seine süßen Tändeleien lohnt.
    Dann zieht sich ein frischer Hauch von Jugendblüte über das ganze Dasein und
ein Heiligenschein von kindlicher Wonne. Der Mann vergöttert die Geliebte, die
Mutter das Kind und alle den ewigen Menschen.
    Nun versteht die Seele die Klage der Nachtigall und das Lächeln des
Neugebornen, und was auf Blumen wie an Sternen sich in geheimer Bilderschrift
bedeutsam offenbart, versteht sie; den heiligen Sinn des Lebens wie die schöne
Sprache der Natur. Alle Dinge reden zu ihr und überall sieht sie den lieblichen
Geist durch die zarte Hülle.
    Auf diesem festlich geschmückten Boden wandelt sie den leichten Tanz des
Lebens, schuldlos und nur besorgt dem Rhythmus der Geselligkeit und Freundschaft
zu folgen und keine Harmonie der Liebe zu stören.
    Dazwischen ew'ger Gesang, von dem sie nur dann und wann einzelne Worte
vernimmt, welche noch höhere Wunder verraten lassen.
    Immer schöner umgibt sie dieser Zauberkreis. Sie kann ihn nie verlassen und
was sie bildet oder spricht, lautet wie eine wunderbare Romanze von den schönen
Geheimnissen der kindlichen Götterwelt, begleitet von einer bezaubernden Musik
der Gefühle und geschmückt mit den bedeutendsten Blüten des lieblichen Lebens.
 
    
