 vergleichen, die übrigen Mädchen
lachten.
    Andrea und Francesco hatten sich abseits unter einen Baum gesetzt, und
führten ein ernsthaftes Gespräch; beide waren von Wein begeistert. »Du verstehst
mich nicht«, sagte Rustici mit vielem Eifer, »der Sinn dafür ist dir
verschlossen, ich gebe aber darum doch meine Bemühungen nicht auf. Glaube nur,
mein Bester, dass zu allen großen Dingen eine Offenbarung gehört, wenn sie sich
unsern Sinnen mitteilen sollen, ein Gast muss plötzlich herabsteigen, der unsern
Geist mit seinem fremden Einfluss durchdringt. So ist es auch mit der erhabenen
Kunst der Alchimie beschaffen.«
    »Es ist und bleibt immer unbegreiflich«, sagte der langsamere Andrea, »dass
du durch Zeichen und wunderbare, unverständliche Verbindungen so viel ausrichten
willst.«
    »Lass mich nur erst zum Ende kommen«, eiferte Francesco, »so sind diese
Verbindungen nicht mehr wunderbar, so erscheint alles einfach und klar vor
unsern Augen. Die anscheinende Verwirrung muss uns nur nicht abschrecken, es ist
die Ordnung selbst, die in diesen Buchstaben, in diesen unverständlichen
Hieroglyphen uns gleichsam stammelnd oder wie aus der Ferne anredet. Treten wir
nur dreist näher hinzu, so wird jede Silbe deutlicher, und wir verwundern uns
denn nur darüber, dass wir uns vorher verwundern konnten. Ein guter Geist hat dem
Sternbald eingegeben, zu sagen, dass sich alles unter der Hand des Künstlers in
Gold verwandle. Wie schwierig ist der Anfang zu jeglicher Kunst! Und wird nicht
alles in dieser Welt verwandelt und aus unkenntlichen Massen zu fremdartigen
Massen erzogen? Warum soll es mit den Metallen anders sein? Schweben nicht über
die ganze Natur wohltätige Geister, die nur Seltsamkeiten aushauchen, nur in
einer Atmosphäre von Unbegreiflichkeiten leben, und so wie der Mensch alles sich
gleich oder ähnlich macht, sie ebenso alle Elemente umher, wenn sie noch so
feindselig sind, noch so träge in der Alltäglichkeit sich herumbewegen, anrühren
und in Wunder umschaffen. An diese Geister müssen wir glauben, um auf sie zu
wirken; du musst der Begeisterung beim Malen vertrauen, und du weißt nicht, was
sie ist, woher sie kommt, die Geisteratmosphäre umweht dich und es geschieht: -
mit unserm innerlichen Seelenotem müssen wir jene Geisterwelt herbeisaugen,
unser Herz muss sie magnetisch an sich reißen, und siehe, sie muss ihrer Natur
nach, durch ihre bloße Gegenwart das unbegreifliche Wunder wirken.«
    Andrea wollte etwas antworten, als die Trompeten laut ertönten, und ihr
sonderbares Gespräch unterbrachen. »Ihr seid«, sagte die schalkhafte Laura,
»sehr ernstaft geworden.«
    »Verzeiht«, antwortete der freundliche Rustici, »ich kann meine Natur nicht
immer ganz beherrschen, und alle süßen Töne der Instrumente und der Sängerin
ziehen sie
