 Wachs.«
    Ich will nicht weiter gehen, als diese von Emilie gewählte Übungsblätter
mich führten, aber ich glaube, es wird meine Base freuen, bei diesem Teile
meines Tagebuchs eine geographische Wanderung auf den Landkarten ihres Saals zu
machen, und den Blumen und Bäumen nachzugehen, welche St. Pierre auf ihrem
stillen Wege über die Erde beobachtete, und mit so edler Verehrung des
Schöpfers, mit so inniger Liebe seiner Mitmenschen begleitete. Emilie rührte
mich durch eine Anwendung auf ihr Schicksal, denn bei der wirklich schönen
Betrachtung: dass Felsen, Sandboden und Sümpfe, durch die wohltätige Hand der
Natur, mit eigenen Blumen geschmückt, und mit nützlichen Pflanzen begabt sind,
blickte sie innig auf ihren Mann, und sagte: Könnten wir nicht, mein Karl! in
dem Geist deines Freundes St. Pierre behaupten, dass es in der moralischen Welt
mit dem Verhängnis der Menschen eben so gütig, ja mit noch größeren Vorzügen
geordnet ist; denn so hart, so ungünstig und traurig die Begebenheiten des
Lebens sind, so hängt es von dem Willen unserer Seele ab, durch ausübende
Tugend, mit Kenntnis vereint, die bittersten Leiden zu versüßen, trübe Tage zu
erheitern, und mit unserm Geiste das Nützliche des Fleißes und des Nachdenkens,
wie das Schöne der Geduld und der Ergebung zu finden, welche unsere Tage als
unsterbliche, der Ewigkeit geweihte Blumenkränze zieren, wie unser Auge
reitzende Blüten und nahrhafte Pflanzen, für das angenehme des physischen
Lebens bemerkt und aufsucht.
    Wattines war noch stärker gerührt, als ich, fasste ihre Hand, und mit einem
zugleich ernst und zärtlichen Blick, auf die holde, edle Frau, sagte er mit
bewegtem doch männlichen Tone: Ja, meine Emilie! diese Grundsätze deiner Seele
haben nicht nur unser Leben auf der Insel verschönert, sondern unsere Kräfte
erhalten. In dir sah ich die wohltätige Wirkung wahrer Religion und wahrer
Liebe, dein auf Gottesfurcht ruhender Mut, dein sanftes Tragen jeder Beschwerde
stärkte mich; deine voll kindlichen Vertrauen zum Himmel erhobenen Blicke,
erhoben auch mein Herz zu der Überzeugung, dass der ewige Vater uns erhalten und
für uns sorgen werde; dadurch ward meine Arbeit Freude, unsere Bücher und die
Schönheit der Natur meine Erquickung. - Sie drückte seine Hand an ihre Brust,
und sagte ihn unterbrechend: O nichts mehr, mein Karl! nichts mehr von mir! Ich
war glücklich an deiner Seite, gleichen Schritt den Weg unserer Prüfung
zurückzulegen, ohne den Gang deines edlen Geistes zu hemmen, oder deine Gefühle
zu lange bei traurigen Gegenständen festzuhalten. Er hat glücklich geendet, der
einsame, von dir mit Blumen bestreute Pfad, Ruhe und Freundschaft erfüllen
unsere Wintertage, setzte sie mit einer anmutsvollen Verbeugung gegen mich
hinzu, und dieses verspricht mir eine
