 den Geschmack der Zierlichkeit, welchen der Genius von Griechenland
bis auf uns verbreitete, so glücklich war, meiner Emilie angenehme Stunden zu
geben: nicht allein durch meine Anstalten in Elysium, sondern auch, weil ich
kleine Blumenbeete, wie Kränze um den Fuß dieses oder jenes einsam stehenden
Baumes oder artigen Busches anlegte, wo ich wusste, dass Emilie betend oder
nachdenkend hinging, dann auch den eingeschlafnen Karmil hinlegte, oder nicht
weit von unserer Hütte unsere Obstbäume mit Wünschen und Seegen besuchte, da ich
nahe dabei einige Waldbäume von der Natur so gestellt fand, dass ich nur einiges
Gesträuch zwischen ihnen wegzuräumen, die unteren Äste abzunehmen, und ein paar
umschlingende Pflanzen an ihnen aufzuziehen hatte, um einen grünen Tempel der
Gottheit des Hanns vor mir zu haben. Wie glücklich, sagen Sie selbst, wie höchst
glücklich war es für Emilie und mich, dass unser Herz nicht allein das Ganze der
Wunder und Schönheiten der Natur mit dankbarer Verehrung ihres und unsers
Schöpfers liebten; dann aber auch in unserer eigenen noch blühenden Jahreszeit
des Lebens, bei den kleinen Wiesenstücken der Insel an Naväen, und bei den schön
aufgewachsenen tausendfachen Blumen an der Griechen ihre Blumengöttin dachten.
Wir dankten dennoch unserem erkannten Gott, mit frommer Verehrung für jedes
Körnchen Mais und Gerste, für jedes Blatt unseres Gemüses; - aber die holden
Phantasien der griechischen Dichter, welche zuerst ländliche Arbeit und die
einsame Hütte der Liebe besangen, dieser, den Griechen allein zuerst bekannt
gewordene Geist, der alles mit einer gefälligen und wohltätigen Anmut beseelt,
dieser begleitete und lenkte unsere Spatziergänge und unsere Gefühle, machte uns
lächeln und an den Frühling der Welt und die guten Kinder der Natur denken, wo
Gesetze und Ordnung noch keine Stuffenfolge unter den Menschen gemacht, und den
bösen niederen Neid noch nicht geweckt hatten. Ich wollte den edelen gefühlvollen
Wattines nicht an der Reihe dieser Ideen stehen lassen, sondern ihn sobald
möglich ablenken, doch denken meine Freunde gewiss noch nicht, dass ich hiezu das
Andenken an einen Mönch und einen Pabst zu Hilfe nahm. Ich bin gewiss, meine Base
lächelt, über diese seltsame Mischung mit griechischem Genius, Haynen und
Nymphen einen düstern Kloster und den Vatican. Mich dünkte, dass Wattines sich
entschuldigen wollte, so vielen Wert auf mytologische Bilder und Ideen zu
legen, auch vielleicht vermutete, ich hätte von ihm lauter ernstaft moralische
Vorstellungen gefordert, weil poetische Ideen in seiner Lage zu tändelnd seien.
- Alles dieses wollte ich in den guten Mann verscheuchen, und sagte ihm: dass er
mache, dass ich die Fabeln und die Dichtkunst der Griechen aufs Neue segne, da
dieser liebenswürdige Genius seine bittere Einsamkeit versüsste; so wie er dem
schätzbaren Ganganelli in seinem Kloster erschien, und ihn liebreich tröstete;
wie es
