 glücklichen Tag, erzeugen quälende Zweifel in
meinem Geiste; und doch scheint es, dass sie genau mit den Ihrigen
zusammenhangen. Hadem, wenn es so ist - wenn es ganz so ist, so geben mir die
Worte meines Oheims über einen mir so dunkeln, so weit entlegenen Gegenstand
mehr Licht als ich je zu sehen wünsche, als ich je ertragen kann. So sprengte er
zwischen mir und der Welt eine Kluft auf, in die ich mich stürzen muss, die ich
nicht überspringen kann, weil Sie mir fehlen, nachdem Sie dieselbe so weit
auseinandergerissen haben, dass sich meine Haare vor ihrem klaffenden Schlunde
sträuben.
    Verstehen Sie, was ich sagen will? Ich empfinde wohl, dass ich dunkel rede,
so dunkel, wie ich fühle; aber dies ist eben mein Unglück, dies ist es, worüber
ich klage, was für mich so ängstlich ist - da eben liegt die Qual, dass ich das
Dunkel nicht erleuchten, nicht durchdringen kann, in das mein Oheim mich
geführt, in das Sie mich tiefer gestoßen und dann verlassen haben. Mich, einen
siebzehnjährigen Jüngling! mich, Ihren Schüler, Hadem! Ich fühle wohl, dass ich
den ganzen Kampf bloß meinem Herzen überlassen sollte, dass ich da gewiss Grund
finden würde; aber, Hadem, kann ich auch die Gespenster in die Flucht schlagen,
in deren Mitte mich mein Oheim gestellt hat und die nun mit ihren verzerrten
Larven meine Einbildungskraft schrecken?
Es ist schrecklich! - Lesen Sie nur und sagen Sie mir geschwind, was daraus für
mich werden soll. Beinahe fange ich an zu begreifen, dass solche Männer wie Sie
und der Kammerrat, und wie ich durch Sie einer werden sollte, dem Gespenste
meines Oheims zuwider sind, weil es durch sie als das erscheint, was es wirklich
ist, was es nicht sein sollte. Bin ich auf der Spur? auf der rechten Spur? Nun,
meine Göttin, so nimm du den verlassenen Jüngling in Schutz! - Hadem, ist jenes
Wesen ein Popanz, von Menschen zusammengesetzt, um Kinder und Schwache zu
schrecken? Ist es ein falscher Götze, den seine Priester auferzogen,
wohlgepflegt und dann in das Dunkel hinter dem Altar gestellt haben, damit
keiner von den Anbetern den Betrug entdecke? Sagen Sie mir das! beantworten Sie
mir nur dieses schnell! Muss es so sein? Vertragen es die Menschen nicht anders?
Warum sagten Sie mir denn, die stillste, geräuschloseste Leitung der Menschen
auf Erden sei die beste und weiseste, sie müsse einem Sommerregen gleichen, der
die Erde befruchte, ohne dass man ihn höre?
    Ich dachte, das Leben und Tun der Menschen unter- und gegeneinander sei so
freundlich, ihre wechselseitige Not schlinge ein Band
