, dass es mir besser
gelingen würde, es ihm vernehmlich zuzuflistern.
    MINISTER: So gescheh es heute.
    Es geschah. Ernst fühlte die Hand des Wesens seines Jugendtraums in der
seinigen und hoffte nun, an dessen Seite alle Gefahren des Lebens zu besiegen,
die ihn auf der einmal betretnen Bahn überfallen möchten.
                                      12.
Um die schönsten Tage seines Lebens zu verherrlichen, erhielt er um eben diese
Zeit einen Brief von Hadem, mit einer kleinen Zuschrift von Franklin, welcher
ihm meldete, er habe den jungen deutschen Mann auch in Amerika nicht vergessen,
seinen Auftrag erfüllt und sende ihm hiermit einen Beweis davon.
                                 Hadem an Ernst
Dass ich Ihnen, lieber Ernst, noch so schreibe, als wäre seit unsrer Trennung
keine Zeit verflossen, dazu berechtigt mich Glücklichen der Geist Ihres Briefes,
der Glaube, das feste Vertrauen auf diesen Geist. Nach der Durchlesung Ihres
Briefes und Ihrer Beilagen fürchte ich nichts mehr für Sie. Der mutig bestandne
Kampf des Jünglings lässt mich auf die Siege des Mannes hoffen. Ich wusste, wem
ich Sie anvertraute; ich wusste, wen ich ihm anvertraute! Gesegnet sei die Asche
des Mannes, dem ich Sie in jener Bedrängnis übergeben konnte! Gesegnet sei der
Augenblick, dass er mir, dem so sehr Bekümmerten, damals erschien und mir
zulispelte: »Übergib mir den Liebling deines Herzens; ich will ihn dir erhalten,
wie du mir ihn übergibst.« Sie haben ihn verstanden, ihn richtig verstanden, Ihr
rein gestimmter Geist musste seine Sprache bei dem ersten Laute verstehen, das
erwartete ich. Er schloss Ihnen ganz den Tempel der Natur, der Menschheit und der
Wahrheit auf, zwar plötzlicher, als ich es zu tun willens war (denn ich wollte
Sie von Stufe zu Stufe ihm zuführen und Ihrem zarten Geiste nur langsam das
merkbar machen, was ihn dem Auge der Menschen verbirgt), aber die unerwarteten
Ereignisse, die nur ein Jüngling wie Sie veranlassen und so veranlassen konnte,
zerrissen meinen Plan. Es ist wahr, sie haben durch einen starken Schlag auf Sie
gewirkt; aber eben dadurch, dass sie dieses taten und das noch weit Entfernte so
plötzlich und grell Ihrem Geiste aufdrangen, gaben sie Ihnen auch Gelegenheit zu
dem schönen, dem mutigen Kampfe. Und, Geliebter, die Deutung, die Sie nun meinen
letzten Worten geben, ist so schön, dass ich jetzt mit Ruhe, mit Wohlgefallen auf
die Begebenheit sehen kann, die sie veranlasst hat. Doch das, was Sie von meiner
Seite ein Opfer nennen, verdient nur durch das, was ich dabei litt, diese
Benennung; denn ich durfte, ich konnte nicht anders handeln. Konnte ich Sie in
diesem Alter, mit diesen über Ihr Alter weit erhabenen Gesinnungen dem Schlage
